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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Mirjam Blecha (2021): Vergleich der Biomasse und Wurzelarchitekturen von Lolium perenne und Anthyllis vulneraria auf Bauschuttsubstrat.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau (IBLB), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 90. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Bauschuttsubstrat kann als wiederverwertbares Gut für ingenieurbiologische Anwendungen wie Begrünungen oder als Schütt- und Füllmaterial von Böschungen verwendet werden. Zur Begrünung eignen sich ingenieurbiologisch relevante Pflanzenarten, wie beispielsweise Lolium perenne oder Anthyllis vulneraria. Um eine sinnvolle Weiterverwendung und eine maximale Nutzung des Bauschuttrohstoffs zu eruieren, wurden in dieser Arbeit die ober- und unterirdische Biomasse der genannten Arten auf einem hierfür angemischten Recycling-Material-Hochbau-Substrat (RMH-Substrat) untersucht. Punktsaat und Streusaat wurden als Ansaatmethoden in einem Feldexperiment in Groß-Enzersdorf (Niederösterreich) gewählt. Die Forschungsfragen beschäftigen sich einerseits mit der Ansaatmethode und den Unterschieden in der Biomasseentwicklung, andererseits mit der Wurzelarchitektur von Lolium perenne und Anthyllis vulneraria im Vergleich zu Aufzeichnungen aus der Literatur auf natürlichem Boden. Weiters wurde auch eine neue Screening-Methode zur Erfassung der Wurzelstrukturen mittels des Programms PyCharm entwickelt. Die per Profilgrabungen analog erfassten Wurzelarchitekturen wurden digitalisiert, und nachfolgend wurde der Durchwurzelungsgrad berechnet. Durch die Beschaffenheit des Bauschuttsubstrates und einer beim Aufbau des Versuchs absichtlich herbeigeführten Verdichtung ab 20 cm Tiefe (Schotterrasen-Aufbau), war eine Abweichung der Wurzelbilder im Vergleich zu natürlichem Boden zu beobachten. Bei Lolium perenne (Durchwurzelungsgrad: 12,72%) wurde ein zusätzlicher Wurzelzylinder unterhalb der eigentlichen „Zylinder-, verkehrten Kegelform“ ausgebildet. Bei Anthyllis vulneraria (Durchwurzelungsgrad: 12,59%) waren vermehrt Wurzelhaare zu beobachten, als es aus Beispielen aus der Literatur zu erwarten gewesen wäre. Die Wurzeln beider Arten hielten die Grobskelette des Bauschuttsubstrates effizient zurück. Substratbereiche ohne diesen Wurzelhalt waren sehr lose. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich Wurzelformen unter bestimmten anthropogenen Einflüssen, wie etwa verdichtete Schichten von Bauschuttsubstrat, verändern können. Die Grobskelette im RMH-Substrat konnten durch die Wurzeln von Lolium perenne und Anthyllis vulneraria effizient zurückgehalten werden.

Beurteilende*r: Stangl Rosemarie
1.Mitwirkender: Minixhofer Pia

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