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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Gudrun Mair (2004): Alternativer Öffentlicher Verkehr - Ein Dorfmobil für die Gemeinde Klaus an der Pyhrnbahn.
Diplomarbeit / Masterarbeit, BOKU-Universität für Bodenkultur. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Das Dorfmobil ist ein alternativer öffentliches Verkehrsmittel, das die Erreichbarkeit innerhalb strukturschwacher, ländlicher Gemeinden sicherstellen soll. Das Pilotprojekt Dorfmobil wurde im Dezember 2002 in der Gemeinde Klaus an der Pyhrnbahn in Oberösterreich im Rahmen des Forschungsprojektes ARTS (Actions on the integration of rural transport services) umgesetzt. Finanziert wird das Projekt Dorfmobil durch Förderungen des Landes OÖ, der EU, der Gemeinde und Sponsorengeldern. Das Dorfmobil ist ein bedarfsorientiertes öffentliches Verkehrsmittel für Fahrten innerhalb der Gemeinde, eine Variante des Anruf-Sammel-Taxis. Die Zielgruppe dafür sind vor allem Personen ohne Führerschein und Personen, die keinen PKW zur Verfügung haben. Zum Betrieb des Dorfmobils wurde ein Verein gegründet. Telefonisch vorbestellt wird das Dorfmobil spätestens eine halbe Stunde vor Fahrtantritt unter einer Mobiltelefonnummer durch Angabe der gewünschten Abfahrtszeit, dem Abfahrtsort, dem Zielort, der Fahrgastanzahl und dem Namen. Der Fahrer erhält eine Aufwandsentschädigung, dazu wurden verschiedene Modelle untersucht. Grundidee war ein Probebetrieb mit den Privat-PKW der Fahrer um die Rentabilität eines Leasing-PKW und die Akzeptanz in der Bevölkerung feststellen zu können. Dies wurde von den Fahrern abgelehnt und statt dessen ein Leasing-PKW mit Vollkaskoversicherung angeschafft. Zur Begrenzung der Kosten wurden ein Fahrtkostenbeitrag von 2-3¿ und auch Zonenmodelle vorgeschlagen. Eingeführt wurden 1,50¿ Fahrtkostenbeitrag pro Fahrgast, wodurch die variablen Kosten pro Fahrt nicht abgedeckt werden können. Die hohen Kosten, die durch den Leasing-PKW, die Fahrerentschädigungen, Druckkosten, Mobiltelefonkosten etc. entstehen, steigen damit pro Fahrt noch weiter an. Steigt der Besetzungsgrad von 1,38 Fahrgästen pro Fahrt (januar 2003) nicht an bzw. wird der Fahrpreis nicht erhöht oder gestaffellt und bleibt die Fahrtenanzahl in etwa gleich, so kann der zukünftige Betrieb nur mit einem großen Anteil an Sponsorengeldern sichergestellt werden.

Beurteilende(r): Sammer Gerd

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