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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Elisabeth Denk (2004): Entwicklung der Ufergehölze am Kamp (NÖ) nach den verheerenden Unwettern im August 2002.
Diplomarbeit / Masterarbeit, BOKU-Universität für Bodenkultur. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Anlass für diese Diplomarbeit waren die Hochwasserereignisse im August 2002. Das intensiv genutzte Kamptal war eines der am schwersten betroffenen Regionen Österreichs. Schon früh wurde das klimatisch begünstigte untere Kamptal besiedelt. Später bauten die Römer den Fluss in ihre Verteidigungslinien ein, die Babenberger sicherten sich die wichtigen Verkehrsknotenpunkte Gars und Thunau. Im Mittelalter wurde die Mühlenwirtschaft zum landschaftsprägenden Faktor. Erste größere Regulierungsmaßnahmen fanden im 19. und 20. Jahrhundert zur Gewinnung von Ackerland und zum Hochwasserschutz statt. Die verheerenden Hochwasserwellen im August 2002 haben nicht nur zu großen Schäden an Gebäuden, Straßen und anderen infrastrukturellen Einrichtungen geführt, auch die Natur - besonders die Ufervegetation - wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Die besondere Schadwirkung der Ereignisse ist darauf zurückzuführen, dass die Unwetter in zwei Wellen über das Gebiet zogen. Der Boden war nach dem Durchzug der ersten Front zwischen 6. und 8. August 2002 bereits gesättigt und konnte die weiteren Wassermassen der Regenfälle zwischen 12. und 14. August 2002 nicht mehr aufnehmen. So kam es zu diesen historischen Abflussspitzen. Die größten Schäden im westlichen Niederösterreich gab es im Unterlauf des Kamp. Bei richtiger Pflege leistet die Ufervegetation einen wichtigen Beitrag zur Hochwassersicherung. Im Hochwasserfall wirkt sich besonders elastischer Uferbewuchs günstig aus. Die Sprosse werden überströmt und sorgen für einen verbesserten mechanischen Erosionsschutz. Große, einzeln stehende Bäume hingegen verursachen vermehrt Turbulenzen, werden ausgespült und als Wildholz vertragen. Als unverzichtbarer Lebensraum für unzählige Tierarten erfüllt die Ufervegetation aber auch eine wichtige ökologische Funktion. Des weiteren wirkt sie in der oft ausgeräumten Kulturlandschaft raumbildend und schafft Orientierungspunkte. Aufgabe der Gehölzpflege ist es, eine Balance zwischen diesen unterschiedlichen Anforderungen zu finden. Im Fall des Kamp wurden anhand von 13 Beispielstrecken zwischen Gars am Kamp und Grunddorf Maßnahmen zur Vegetationsentwicklung erarbeitet. Die ausgewählten Abschnitte wurden nach einem hierfür entwickelten Aufnahmebogen kartiert und analysiert. Weiters wurde ein Typenschlüssel erstellt um die Verwendung als Referenzstrecken zu ermöglichen. Danach wurden für die einzelnen Strecken kurz-, mittel-, und langfristige Maßnahmen erarbeitet. Die vorgestellten Maßnahmen dienen als Anregung und Leitfaden für ähnliche Flussstrecken, können allerdings nicht immer eins zu eins übernommen werden, da die lokalen Gegebenheiten variieren. Ein besonderes Problem am Kamp sind die Robinien. Durch ihre Konkurrenzstärke (Stockausschlagvermögen, Wurzelausscheidungen) verdrängen sie heimische Arten. Da sie aber mit ihren Wurzeln nicht bis in die Mittelwasserzone reichen tragen sie auch nicht zur Böschungssicherung bei. Außerdem wird das besonders harte Holz nur sehr langsam abgebaut. Eine Methode, das Vordringen der Robinie zu unterbinden besteht darin, sie zu Ringeln. Diese Methode wird zum Abschluss im Kapitel 7 - Zeitpunkt und Art der Maßnahmen - gemeinsam mit den anderen vorgeschlagenen Pflegemaßnahmen wie etwa Stockschnitt - zur Erhaltung der Elastizität - und Lochpflanzung genau beschrieben.

Beurteilende(r): Florineth Florin

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