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Katarina Merganicova (2004): MODELLING FOREST DYNAMICS IN VIRGIN AND MANAGED FOREST STANDS.
Dissertation - 1, BOKU-Universität für Bodenkultur. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Hauptziel der vorliegenden Arbeit war es zu evaluieren, ob die biogeochemische (BGC) Modellierungsumgebung ein geeignetes Instrument für die Bestimmung der Nachhaltigkeit des Forstökosystems und des Forstmanagements ist. Für die Arbeit benutzten wir die baumarten-spezifische Anpassung des biogeochemischen Modells BIOME-BGC. Die Validierung der Selbst-initialisierungsprozedur (Spinup) wurde mit den Daten aus zwei Urwäldern (Rothwald in Österreich und Babia hora in der Slowakei) durchgeführt. Die Modellberechnungen haben gezeigt, dass das Modell einen für mitteleuropäische Bedingungen unrealistischen Gleichgewichtszustand des Waldökosystems hervorbringt, wenn die Feuermortalität bei der Simulation auf Null gesetzt ist. Den Grund für dieses unrealistische Verhalten sahen wir in dem Umstand, dass das Modell die Sukzessionsdynamik in Naturwäldern nicht berücksichtigt. Deshalb haben wir in das bestehende Modell ein neues dynamisches Mortalitätsmodell implementiert. Dieses Mortalitätsmodell bildet den einfachen Sukzessionzyklus nach, der durch die Länge, die minimale und die maximale Mortalitätsrate definiert ist. Nach der Einführung der dynamischen Mortalität in das Modell entspricht der simulierte Gleichgewichtszustand, der durch die Selbstinitialisierungsprozedur erreicht wurde, jenem Zustand, der auf einem Waldstandort in Mitteleuropa ohne menschlichen Einfluß möglich ist. Im zweiten Teil der Arbeit haben wir die Benutzung des biogeochemisch-mechanistischen Modells für die Evaluierung des langfristigen Einflusses von Biomassenentzug nach der Durchforstung auf das Waldökosystem überprüft. Für diese Aufgabe haben wir die Daten von drei bewirtschafteten Waldstandorten in Österreich benutzt (Hartberg, Bad Zell und Wilhelmsburg), an denen drei Behandlungsvarianten zur Anwendung gebracht wurden: (1) Entnahme der ganzen Bäume inklusive Äste und Nadeln unmittelbar nach dem Fällen, (2) Entnahme der ganzen Bäume ein Jahr nach der Schlägerung, so-dass die Nadeln im Bestand verblieben, und (3) Entnahme des Schaftholzes. Die Analysen haben gezeigt, dass die modellierten langfristigen Reaktionen des Waldökosystems auf den menschlichen Eingriff mit den Beobachtungen übereinstimmen, aber für die korrekte Wiedergabe der unmittelbaren Reaktionen weitere Forschungsarbeit notwendig ist.


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