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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Gundula Eibenberger (2004): Regulierung von Rumex obtusifolius L. auf Dauergrünland durch eine zeitlich begrenzte Flächenstilllegung.
Diplomarbeit / Masterarbeit, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 82. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die Verunkrautung der Grünlandflächen mit dem Stumpfblatt-Ampfer Rumex obtusifolius ist ein ernstes und weit verbreitetes Problem. Die vorliegende Arbeit untersuchte, ob eine dreijährige Flächenstilllegung (ohne Mahd und Düngung) eine Möglichkeit zur Regulierung des Stumpfblatt-Ampfers darstellt. Der stillgelegten Fläche wurde eine landesüblich bewirtschaftete Variante (drei Schnitte und Gülledüngung) gegenübergestellt. Durch die Flächenstilllegung veränderte sich der Pflanzenbestand. Der Anteil der Gräser stieg auf über 75 %. Dominierende Arten waren Agrostis stolonifera, Alopecurus pratensis, Festuca rubra agg., Poa pratensis und Poa trivialis. Dadurch wurde die Grasnarbe dichter und die interspezifische Konkurrenz im Pflanzenbestand stärker. Somit verschlechterten sich die Bedingungen für die Ampferpflanzen. Im vorliegenden Versuch konnte auf der stillgelegten Fläche ein starker Rückgang der Ampferdeckung von durchschnittlich 55 % zu Versuchsbeginn (2000) auf knapp 1 % im Jahr 2003 erreicht werden. Durch die Flächenstilllegung kam es jedoch zu einer starken Anreicherung der Ampfersamen im Boden. Die Anzahl der Samen pro m² und 10 cm Bodentiefe beliefen sich auf ein 10faches von jenem der landesüblich bewirtschafteten Fläche. Dennoch wurde kein Zusammenhang zwischen dem Samenvorrat im Boden und der Ampferdeckung festgestellt. Dies lässt darauf schließen, dass die Dichte der Grasnarbe und die Lichtkonkurrenz im Pflanzenbestand entscheidende Faktoren bei der Verunkrautung darstellen. Zusammenfassend kann die Flächenstilllegung in abgeänderter Form (Schnitt der Ampfersamenträger) als Möglichkeit zur Regulierung von mit Rumex obtusifolius verunkrauteten Grünlandflächen gesehen werden. Die Arbeit lässt jedoch noch etliche Fragen offen, welche Gegenstand weiterer Forschungsarbeiten sein sollten.

Beurteilende(r):

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