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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Bernhard Hintermayer (2004): Automatische Zählgeräte für den Radverkehr in Wien.
Diplomarbeit / Masterarbeit, BOKU-Universität für Bodenkultur. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Im Juni 2002 wurden im Auftrag der Stadt Wien vier Dauerzählstellen für Radverkehrszählungen installiert. Die Zählgeräte erfassen die Verkehrsmengen mittels Radarsensor, wobei zu jedem erfassten Objekt das Datum, die Uhrzeit, die Fahrtrichtung und die Geschwindigkeit gespeichert werden. Mittels eines GSM - Moduls erfolgt eine Fernabfrage der Daten. Bei allen vier Zählstellen ist der Radarsensor in einer Höhe von drei Meter, über einem einem Zweirichtungsradweg, installiert. Das Ziel dieser Diplomarbeit war, die Messgenauigkeit der Zählgeräte mittels Videobeobachtung zu überprüfen, und für jede Zählstelle Korrekturfaktoren zu ermitteln. Außerdem sollte mit einem statistischen Prognosemodell die Messgenauigkeit an Hand verschiedener Variablen erklärt werden. Bei jeder Zählstelle wurde ein ganzer Werktag lang gefilmt und die Videoaufnahmen mit den Daten der Zählgeräte verglichen. Während der Videoaufnahmen wurden 6044 Radfahrer beobachtet, von den Zählgeräten wurden allerdings nur 5573 Radfahrer erfasst, wodurch sich ein relativer Messfehler von -8 % ergibt. Mittels linearen Regressionen wurden die Korrekturfaktoren (Halbstunden und Stundenwerte) für jede Zählstelle und für jede Fahrtrichtung bestimmt. Hinzu kommt, dass auch andere Verkehrsteilnehmer, welche die Radwege benützen, manchmal als Radfahrer erfasst werden. Der dadurch verursachte Messfehler ist aber relativ gering. Mit einer binären logistischen Regressionsanalyse wurde versucht die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Radfahrer erfasst wird, vorherzusagen. Dies konnte mit mit den gewählten Variablen (z.B. Verkehrsstärke, Temperatur, Uhrzeit) und mit dem gewählten Verfahren nur in einer nicht zufriedenstellenden Qualität durchgeführt werden. Die Gründe für den Messfehler bei Eizelfahrern, vor allem aber bei mehreren Radfahrern, die sich gleichzeitig im Messfeld des Radarsensors aufhalten, dürften gerätebedingt sein und sind nicht durch die untersuchten äusseren Einflüsse erklärbar. Es zeigte sich, dass die Radargeräte für die Zählung von Radfahrern prinzipiell geeignet sind, die Messgenauigkeit allerdings stark von einer exakten Justierung der Geräte abhängt. Die Messqualität sollte regelmäßig (z.B. einmal jährlich) überprüft werden.

Beurteilende(r): Sammer Gerd

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