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Gewählte Dissertation:

Peter Hamedinger (2004): Beurteilung der Druckbelastung auf den Boden durch unterschiedliche Ernteverfahren bei der Zuckerrübenernte.
Dissertation, BOKU-Universität für Bodenkultur. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
An einem für den Zuckerrübenanbau typischen Standort im Bezirk Tulln/Niederösterreich wurde ein Feldversuch durchgeführt, der den Effekt unterschiedlicher Belastungsstufen von einreihigen gezogenen und sechsreihigen Vollerntemaschinen mit unterschiedlichen Auflasten (8,5/24/32,5/41 t) im Zuge der Zuckerrübenernte beurteilen soll. Beim Bodenmaterial handelt es sich um eine Feuchtschwarzerde mit einer Vorverdichtungszone in etwa bei 25 cm Tiefe beginnend. Festigkeitsuntersuchungen mit Hilfe einer schnellen, zerstörungsfreien, billigen und auf einer Fläche beliebig wiederholbaren Messmethode hatte dabei besondere Bedeutung. Eindringwiderstandsmessungen mittels Penetrometer verursachen grundsätzlich stark streuende Messergebnisse. Durch ein aufwändiges Versuchsdesign und statistische Modellierungen ist es gelungen, die Aussagekraft dieser Messmethode zu stärken. Die Überrollhäufigkeit und der deutlich höhere Kontaktflächendruck bei einreihigen Erntesystemen verursachen auch unter relativ trockenen Erntebedingungen plastische Verformungen im Oberboden. Dieses Ausmaß konnte von keiner Belastungsstufe durch die sechsreihige Vollerntemaschine erreicht werden, was auf die Auflastoptimierung durch Breitreifen und den angepassten Reifeninnendruck zurückgeführt werden kann. Bei einzelnen Parzellen der höchsten Belastungsstufe (41 t) zeigt sich tendenziell eine Zunahme der Eindringwiderstände und Lagerungsdichte in Bodentiefen unterhalb der Pflugsohle. Die Auswertung der Penetrometerergebnisse erfolgte durch deskriptive Analysen wie Boxplot, Trendlinienmodell und 3D-Scatterplot. Mit Hilfe eines Modells wurde die von der Auflast abhängige Veränderung des Eindringwiderstandes errechnet. Der zunehmende Einfluss von großen Radlasten auf Dichtlagerungen im Unterbodenbereich konnte damit nachgewiesen werden. Das Resultat der Untersuchungen zeigt, wie schwierig es ist, ausreichendes Verständnis für die vielfältige Wirkung der Belastung und deren Auswirkungen auf die zu schützende Bodenfunktion zu entwickeln. Mit zunehmender Bodenfeuchte und großen Achslasten nimmt das Risiko von Bodenschadverdichtungen in größeren Tiefen trotz der technischen Weiterentwicklung bei den verwendeten Reifen zu.


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