BOKU - Universität für Bodenkultur Wien - Forschungsinformationssystem

Logo BOKU-Forschungsportal

Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Philipp Walder (2005): Untersuchung der Wirksamkeit langjähriger Hochlagenbegrünungen im Erosionsgebiet Pfannhorn (Toblach/Südtirol).
Diplomarbeit / Masterarbeit, BOKU-Universität für Bodenkultur. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
In der Vegetationsperiode 2003 wurden die mit einer Bitumen-Strohdecksaat begrünten Erosionsflächen aus den Jahren 1979, 1983, 1988, 1995 und 1998 auf folgende Parameter hin untersucht: Deckungsgrad, Frequenz und Einwanderungsverhalten der Pflanzenarten aus der angrenzenden Vegetation. Das Ziel war es, die Wirksamkeit der verschieden alten Begrünungen hinsichtlich des Erosionsschutzes zu untersuchen. In der Regel gilt eine Begrünung dann als optimaler Erosionsschutz, wenn maximal 10% offener Boden vorhanden ist. Nach den vorliegenden Erhebungen liegt der Prozentsatz an offenem Boden bei den Begrünungen 1995, 1988 und 1979 deutlich unter diesem Grenzwert. Die 1998 begrünte Fläche überschreitet den Grenzwert von 10% offenen Boden um lediglich 1 %, die 1983 begrünte Fläche um 3%. Die Frequenzanalyse ergab dass die Arten: Festuca sp., Poa alpina, Thymus sp., Achillea millefolium und Trifolium hybridum am häufigsten vorzufinden waren. In den ersten 15 Jahren nach der Erstbegrünung wanderten mehrheitlich alpine Kräuter aus der angrenzenden natürlichen Vegetation in die Begrünungen ein. Insgesamt sind auf diesen Flächen bis zu 10 Arten, auf den älteren Flächen (15-24 Jahre) bis zu 15 neue Arten eingewandert. Autochthone Gräser waren meist erst in den 15-24 Jahre alten Begrünungen feststellbar und auch dann nur in geringerer Anzahl als die Kräuter. Die Untersuchung hat gezeigt, dass die Begrünungen der Erosionsflächen am Pfannhorn einen guten bis sehr guten Deckungsgrad aufweisen und somit die Funktion als stabilen und wirksamen Erosionsschutz erfüllen. Es war auch ein deutlicher Anstieg der Artenvielfalt zu erkennen. Dadurch konnte sich vor allem auf den älteren Flächen eine artenreiche und an den Standort und Klima sehr gut angepasste Vegetation entwickeln. Die gesetzten Maßnahmen haben zu einem effizienten und sehr wirkungsvollen Erosionsschutz oberhalb der Baumgrenze geführt. Im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes an der Universität Trient (Italien), Facoltá di Ingegneria, habe ich die grundlegenden Daten für ein Forschungsprojekt zur Bestimmung des hydraulischen Widerstandes und des Biegeverhaltens von Purpurweiden (Salix purpurea) und Schwarzpappeln (Populus nigra) erhoben.

Beurteilende(r): Florineth Florin

© BOKU Wien Impressum