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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Christian Obermayer (2005): Analyse des Einflusses von Luftlinienentfernung versus Routenentfernung im Personenfernverkehr.
Diplomarbeit / Masterarbeit, BOKU-Universität für Bodenkultur. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Ausgehend von den Daten der europäischen Fernreiseerhebung DATELINE werden Unterschiede zwischen der Fahrweite im Straßennetz und der Luftlinienentfernung zwischen Start- und Zielort im Personenfernverkehr analysiert. Die Routenlängen im Verkehrswegenetz werden mit Hilfe eines Verkehrsmodells berechnet und den Luftliniendistanzen gegenübergestellt. Da die Reisedaten der Erhebung nicht im selben Koordinatensystem vorliegen wie die Abbildung des Verkehrswegenetzes im Verkehrsmodell, muss eine Koordinatentransformation durchgeführt werden. Zur Berechnung der Luftliniendistanzen und Routenlängen im Straßennetz werden die Start- und Zielorte im Verkehrsmodell definiert und mit dem modellierten Straßennetz verbunden. Aufgrund der großen Anzahl der erhobenen Orte werden diese Verbindungen automatisiert erzeugt. Dieser Vorgang ist mit einigen Unsicherheiten behaftet; die Analyse zeigt jedoch, dass diese bei der Betrachtung der Routenlängen von Fernreisen vernachlässigt werden können. Am Beginn der Datenanalyse wird der Einfluss der Reisedistanz auf das Verhältnis von Routenlänge zu Luftliniendistanz bearbeitet. Es zeigt sich, dass die Werte für kurze Reiselängen sehr stark streuen; mit zunehmender Distanz wird der Streubereich wesentlich kleiner und die Verhältniswerte liegen zwischen 1,2 und 1,4. Die geomorphologischen Ausprägungen der einzelnen Regionen haben einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Verkehrswege. Anhand ausgewählter europäischer Länder kann ein Zusammenhang zwischen der Geomorphologie und dem Verhältnis aus Routenlänge zu Luftliniendistanz dargestellt werden. Die Annahme, dass sich die Geomorphologie auch auf die Dichte des hochrangigen Straßennetzes auswirkt und sich somit auch ein Zusammenhang zwischen dem Verhältnis von Routenlänge zu Luftliniendistanz mit der Dichte des Straßennetzes darstellen lässt, kann nicht bestätigt werden.Das zentrale Thema der Arbeit ist die Beantwortung der Frage: Wie groß ist bei Fernreiseerhebungen die Differenz zwischen der Anzahl der erhobenen Fernreisen, wenn zur Definition der Fernreise einmal die Luftliniendistanz und einmal die Routenlänge als Abgrenzungsdistanz definiert wird? In beiden Fällen liegt der Schwellwert bei 100 Kilometern. Da der bereitgestellte Datensatz nicht für alle Länder vollständig zur Verfügung steht, kann nur eine Abschätzung durchgeführt werden. Hierbei zeigt sich, dass bei der Definition über die Routenlänge je nach Betrachtung etwa 10 bis 27 Prozent mehr Reisen als Fernreisen gezählt werden als bei der Definition über die Luftlinienentfernung.

Beurteilende(r): Sammer Gerd

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