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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Gerhard Nachtmann (2005): Der Höhenzuwachs österreichischer Baumarten in Abhängigkeit von Standort und Konkurrenz.
Diplomarbeit / Masterarbeit - 1, BOKU-Universität für Bodenkultur. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Im Rahmen dieser Arbeit wurde das theoretisch gut formulierte Höhenzuwachsmodell von Mende and Albrecht (2001) anhand der Daten der Österreichischen Waldinventur von 1981 bis 2002 in Abhängigkeit von Standort und Konkurrenz mittels nichtlinearer Regressionen parametrisiert. Dabei konnten acht Modelle erstellt werden, die je nach Baumart unterschiedliche Eingangsvariable enthalten. Die Konkurrenzindices beeinflussen das anfängliche Baumwachstum. Bei der Fichte handelt es sich dabei um das Verhältnis von Baumhöhe zu Oberhöhe und den CCF, bei allen anderen Baumarten um die BAL. Wie erwartet dämpft die Konkurrenz das anfängliche Wachstum. Wenn mehrere Baumarten zu einem Modell zusammengefasst wurden, dann gehen diese ¿ sofern sie sich signifikant voneinander unterscheiden ¿ mit entsprechenden Dummyvariablen in das jeweilige Modell ein. Die maximal erreichbare Baumhöhe und das Wachstum in der Sättigungsphase werden ausschließlich von Standortsvariablen und der Baumart beeinflusst. Das Modell erscheint für die Simulation über lange Zeiträume hinweg geeignet, weil sich das Wachstum an einen asymptotischen Sättigungswert annähert, der vom Standort und der Baumart vorgegeben ist. Aufgrund der Unabhängigkeit vom Alter kann das Modell auch in ungleichaltrigen Beständen angewendet werden. Weder das Bestandesalter noch die Bonität müssen bekannt sein, um den Höhenzuwachs bestimmen zu können. Die standörtlichen Gegebenheiten fließen direkt ein und es wird keine bestimmte Behandlungsweise unterstellt. Da Bäume bei Änderung der Konkurrenzsituation stärker auf den Durchmesser- als auf den Höhenzuwachs reagieren, wird letzterer bei Durchforstungseingriffen vom durchmesserzuwachsabhängigen Höhenzuwachsmodellen häufig überschätzt. Das hier berechnete Modell ist unabhängig vom Durchmesserzuwachs, weshalb auch bei etwaigen negativen ermittelten Durchmesserzuwächsen keine negativen Höhenzuwächse prognostiziert werden. Witterungseinflüsse sind beim gegenständlichen Modell nicht berücksichtigt, was ein möglicher Grund dafür ist, dass das Wachstum bei der Validierung anhand von unabhängigen Daten von Dauerbeobachtungsflächen in manchen Perioden über- und in anderen unterschätzt wurde.

Beurteilende(r): Sterba Hubert

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