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Markus Kelderer (2006): Untersuchungen zur Verbesserung der Ertrags- und Qulitätssicherung im ökologischen Apfelanbau Südtirols mit den Schwerpunkten Ertragsregulierung, Weiterentwicklung der Apfelwickler- und Schorfabwehrmechanismen und der Prüfung der Lagerfähigkeit der Sorte Topaz unter Südtrioler Standortbedingungen.
Dissertation, BOKU-Universität für Bodenkultur. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Südtirol hat ca. 20-25% Anteil an der biologischen Produktion von Tafeläpfeln in Europa. Vergleichende Untersuchungen zwischen integrierter und biologischer Produktion, durchgeführt am Standort Laimburg in Südtirol (Italien), zeigen, dass die Schwachpunkte der biologischen Produktionsweise unter Südtiroler Anbaubedingungen derzeit vor allem bei der Ertragsregulierung, der Apfelwicklerbekämpfung und der Schorfregulierung liegen. Diese drei Themen sind die Schwerpunkte der vorliegenden Arbeit. Zur Ertragsregulierung wurde die ausdünnende Wirkung von Blütenbehandlungen mit unterschiedlichen Vinassen untersucht. Keines der Versuchsprodukte konnte im Vergleich zur herkömmlichen Schwefelkalkbrühe überzeugen. Zur Regulierung des Apfelwicklers wurden grundlegende Untersuchungen zu Ryania speciosa einem Tropenholz mit insektizider Wirkung durchgeführt. Neben dem Wirkungsspektrum wurde die Wirkungsweise, der Zusatz von Synergisten, das Abbauverhalten und verschiedene ökotoxikologische Parameter in Labor und im Freiland untersucht. Aufgrund seiner Wirkung und vor allem seines Wirkungsmechanismus wäre Ryania durchwegs sowohl für den biologischen als auch für den integrierten Anbau interessant. Die ökotoxikologischen Informationen sind aber noch sehr unzureichend und der Aufwand, diese Untersuchungen bzw. eine Registrierung auf europäischer Ebene durchzuführen, schreckten bisher alle interessierten Firmen ab, in Pflanzenschutzmittel auf Basis von Ryania zu investieren. Eine wesentliche Verbesserung bei der Schorfregulierung versprach man sich durch das Entfernen des Falllaubes, in dem die Sporen, welche für die Primärinfektionen zuständig sind, überwintern. Unter Südtiroler Anbaubedingungen war der Erfolg allerdings bescheiden und rechtfertigte nicht den großen Aufwand einer derartigen Aktion. Der Grund dafür ist wahrscheinlich in der hohen Dichte der Apfelanlagen im Gebiet bzw. in den kleinstrukturierten Anbauparzellen zu suchen. In nördlichen Anbaugebieten greifen die Bioapfelproduzenten vermehrt auf schorfresistente Sorten zurück. Guten Anklang bei Produzenten und Vermarktern fand dabei die Sorte Topaz. Unter Südtiroler Anbaubedingungen lassen allerdings die Lagereigenschaften dieser Sorte zu wünschen übrig. Fäulnis, Fleischbräune, Schalenbräune und Stippe verursachen trotz optimaler Lagerbedingungen große Ausfälle nach der Auslagerung bzw. dem Shelf-Life.


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