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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Ursula Dominikus (2006): Entwicklung und Wirksamkeit ingenieurbiologischer Maßnahmen an der Drau bei Greifenburg/Kärnten.
Diplomarbeit / Masterarbeit, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 85. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Noch vor wenigen Jahrzehnten wurden unsere Flüsse zum Schutz vor Hochwasser begradigt und hart verbaut. Das natürliche Erscheinungsbild der Fließgewässer verschwand und damit auch nach und nach wertvolle Lebensräume. Trotz dieser immensen Flussregulierungen, kam und kommt es immer wieder zu schweren Hochwasserkatastrophen. Fachleute und Planer der Schutzwasserwirtschaft erkannten, dass sich eine derart gewaltige Naturkraft nicht durch Beton und andere harte Verbauungen bezwingen lässt. In den letzten Jahren fand daher ein Umdenken zu einer naturnäheren und ökologisch wertvolleren Planung an Fließgewässern statt. ¿Pflanzen statt Beton¿, ein Leitspruch der Ingenieurbiologie, wird mittlerweile im Zuge von Revitalisierungsmaßnahmen und neuen Planungen an Fließgewässern umgesetzt. Meine Diplomarbeit beschreibt, wie ingenieurbiologische Bauweisen einerseits Ziele des Hochwasserschutzes erfüllen, andererseits, wie durch die Entwicklung eines standortgerechten Gehölzbestandes, eine Annäherung an den natürlichen Landschaftsraum von Fließgewässern, geschaffen werden kann. Das Untersuchungsgebiet liegt in Greifenburg, an der Oberen Drau. Hier wurde die Ufervegetation entlang eines 1 km langen Flussabschnittes, in welchem unterschiedliche ingenieurbiologische Baumaßnahmen durchgeführt wurden, mittels Transektmethode aufgenommen. Neben Sprossdurchmesser- und Sprosslängenmessungen erhielt jedes Gehölz eine Beurteilung seiner Vitalität. Zusätzlich wurden Sedimentations- bzw. Erosionsmessungen durchgeführt. Darstellung und Vergleich der Ergebnisse lassen auf eine ausgesprochen gute Entwicklung der Ufervegetation im Untersuchungsgebiet schließen. Sieben Jahre nach Baufertigstellung ist durch viele gesunde Sprosse mit einer hohen Elastizität, bedingt durch einen kleinen Sprossdurchmesser, ein Hochwasserschutz gewährleistet. Durch Strukturierung der Uferzonen wurde auch eine Verbesserung des ökologischen Zustandes festgestellt. Pflegemaßnahmen, wie beispielsweise der Stockschnitt von Gehölzen, sind in diesem Entwicklungsstadium noch nicht notwendig. Jedoch sollten Sanierungsarbeiten, an der Uferkrainerwand und eventuell in Abschnitten mit erosionsbedingten Schäden, vorgenommen werden. Abschließend betrachtet ergibt sich aus meiner Arbeit eine durchwegs positive Beurteilung der ingenieurbiologischen Bauweisen. Für Revitalisierungsmaßnahmen in der Zukunft ergibt sich daraus die Empfehlung, auch weiterhin ingenieurbiologische Strukturen als positive Ergänzung zu rein technischen Ingenieurbauweisen einzusetzen. Abstract

Beurteilende(r): Florineth Florin

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