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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Evelyn Scherer (2006): Anzuchtversuche von Trifolium alpinum (Alpenklee) für die Saatgutproduktion.
Diplomarbeit / Masterarbeit, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 104. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Der Einsatz von standortgerechtem Saatgut bringt einen langfristigen Erfolg für die Begrünung von alpinen Hochlagen, wie zahlreiche Autoren aufzeigen konnten. Die Vorliegende Arbeit befasst sich mit der Saatgutproduktion von Trifolium alpinum, da die Anzucht dieser alpinen Pflanzenart erhebliche Schwierigkeiten darstellt. Als Leguminose kann Trifolium alpinum Stickstoff anhand von Knöllchenbakterien binden und besitzt somit eine hohe Aufbaukraft, wenn in Böden schlechte Nährstoffverhältnisse vorherrschen. Außerdem trägt sie durch ihre starke Pfahlwurzel zur Bodenstabilität bei. Gefäßveruche wurden im Land- und Forstwirtschaftlichen Versuchszentrum Laimburg (Südtirol, Italien) durchgeführt, um die Anzucht auf verschiedenen standortfremden (allochthonen) Substraten zu prüfen und die Auswirkungen einer Beigabe von standorteigener Erde (Inokulum) zu testen, sowie mögliche Einflüsse durch Regenwasser und kalkhaltiges Leitungswasser herauszufinden. Die Topfversuche sollten helfen einen geeigneten Standort für den Feldversuch zu finden. Trifolium alpinum erzielte die höchste Biomasse in handelsüblichem Kultursubstrat. Die Beigabe vermochte das Wachstum in den verwendeten Substraten aus Felderde zu steigern. Pflanzen, die ausschließlich in standorteigener Erde herangezogen wurden, erreichten ein sehr niedriges Gewicht. Das Inokulum konnte eine Infektion mit Rhizobienbakterien bewirken. Durch die Bewässerung mit Leitungswasser zeigten die Pflanzen ein geringeres Gewicht, als durch jene mit Regenwasser. Der Feldversuch wird auf 1.600 m ü. d. M. im Forstgarten von Prettau/Ahrntal (Südtirol, Italien) durchgeführt. Pflanzen wurden fünf Monate lang in Rootrainer auf Kultursubstrat mit oder ohne eine Beigabe von standorteigener Erde vorgezogen und dann mit unterschiedlichem Pflanzenabstand in der Reihe ausgepflanzt. Trifolium alpinum müsste die Reihen schnell schließen und dementsprechend schnell wachsen, damit es der Konkurrenz durch die Unkrautpflanzen standhält. Nach 3 Monaten konnte nicht festgestellt werden, welcher Pflanzenabstand (7,5 cm oder 10 cm) ein schnelleres Schließen der Reihen bewirkt. Die Beigabe konnte die Zunahme an Deckung durch Trifolium alpinum nicht erhöhen. Die Unkräuter nahmen allerdings stark an Deckung zu. Die Anzucht in Rootrainer begünstigte das Pflanzenwachstum derart, dass einige Exemplare bereits in der ersten Vegetationsperiode blühten und eine kleine Menge von Samen geerntet werden konnte. Keimtests haben gezeigt, dass die Samen eine Keimruhe besitzen, aber nach einer Skarifikation höchst lebensfähig sind. Durch diese Studie wurden neue Erkenntnisse zur Kultivierung von Trifolium alpinum gewonnen. Möglicherweise wird es in Zukunft gelingen Saatgut dieser Art zu produzieren.

Beurteilende(r): Florineth Florin

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