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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Martin Franz Unterweger (2010): Bedeutung, Problematik und zukünftige Entwicklung des Gemeinschaftsbesitztes am Beispiel der Agrarwissenschaften in der Gemeinde Assling/Osttirol.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung (IPP), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 93. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Land- und forstwirtschaftliche Grundstücke, die von mehreren Personen natural genutzt werden, ohne dass zivilrechtliches Miteigentum vorliegt, bilden Agrargemeinschaften. Diese Agrargemeinschaften sind wichtige wirtschaftliche und soziale Vereinigungen, welche in den ländlichen Gebieten in Österreich sehr oft vorzufinden sind. Im Rahmen dieser Diplomarbeit wurde die Bedeutung der 16 Agrargemeinschaften für die anteilsberechtigten Mitglieder in der Gemeinde Assling/Osttirol sowie die Probleme und Konflikte, welche durch die gemeinsame Bodenbewirtschaftung auftreten, untersucht. Auch sollten die Zukunftsaussichten der gemeinsamen Bodenbewirtschaftung und Erwartungshaltungen aus Sicht der Anteilsberechtigten aufgezeigt werden. Dazu wurde in der Gemeinde Assling eine persönliche Befragung mittels Fragebogen bei 52 Agrargemeinschaftsmitgliedern durchgeführt. Die Auswertung der Ergebnisse zeigt, dass die Bedeutung der Agrargemeinschaften für die befragten Mitglieder nicht besonders hoch ist. Dies liegt hauptsächlich an der weiten Verbreitung von Privatwäldern und Privatalmen in der Region. Dennoch leisten die Agrargemeinschaften für die Mitglieder sowie für die restliche Bevölkerung sehr wichtige Dienste. Die Möglichkeit der Alpung auf Gemeinschaftsalmen ist besonders bei der Schafhaltung - diese spielt in der Gemeinde Assling eine bedeutende Rolle - ein Vorteil für alle Schafhalter. Von besonderer Wichtigkeit ist die von den Agrargemeinschaften durchgeführte Wegerhaltung. Diese Wegenetze werden nicht nur von den Agrargememeinschaftsmitgliedern sondern vielfach auch von der restlichen Bevölkerung genutzt und geschätzt. Obwohl bei zwei Agrargemeinschaften Konflikte angegeben werden, überwiegt bei den anderen die gute und konstruktive Zusammenarbeit. Die vorhandenen Konflikte innerhalb der beiden erwähnten Agrargemeinschaften sind vorwiegend persönlicher Natur und haben mit den Agenden der Agrargemeinschaften nur bedingt zu tun. Die zukünftige Entwicklung von Agrargemeinschaften wird von den befragten Mitgliedern durchwegs positiv bzw. der Gedanke der gemeinschaftlichen Bodennutzung keineswegs als veraltet gesehen. Trotzdem spricht sich der Großteil der Befragten gegen eine stärkere Rolle der Agrargemeinschaften hinsichtlich einer gemeinsamen Flächenbewirtschaftung aus.

Beurteilende(r):

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