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Ulrike Pitha (2009): Rollstuhlfahren in Parks - Ein Katalog mit Planungs-, Gestaltungs- und Bauprinzipien für barrierefreie, urbane Park- und Weganlagen.
Dissertation - Studienabteilung, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 398. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Parks bieten Erholungsraum. RollstuhlfahrerInnen können sie oft nicht nutzen, da sie unzureichend barrierefrei sind. Ziel ist es, herauszufinden, wie Parks und Wegebeläge ausgeführt sein müssen, damit sie von ihnen genutzt werden können. Geeignete Beläge sollen gefunden werden. Drei Ansätze wurden gewählt, um zu einem Planungskatalog für barrierefreie Parks zu kommen: In Interviews erzählten RollstuhlfahrerInnen ihre Erfahrungen. Mithilfe von Vibrationsmessungen und Bewertungen wurden die Berollungseigenschaften von Belägen untersucht. Parks in Vancouver und in Wien wurden hinsichtlich der vorgefundenen Barrierefreiheit analysiert. Der Katalog beinhaltet folgende Prinzipien: Parks müssen überschaubar, strukturiert und sicher gestaltet sein. Für RollstuhlfahrerInnen erreichbare und lesbare Hinweise verbessern die Orientierung und die Einschätzung von Gefahren. Das Vorhandensein von barrierefreien Toiletten ist erforderlich. Der Anschluss an einen barrierefreien Straßenraum macht Parks erreichbar. Wege müssen ausreichend breit sein (150cm, min.100cm). Ein max. Längsgefälle von 6% und seitenwechselndes einseitiges oder beidseitiges Quergefälle (2%) sind fahrend mit Rollstühlen schaffbar. Absenkungen von Kanten und Rampen statt Treppen sind notwendig. Beläge müssen griffig, mit wenig Kraftaufwand, erschütterungsarm und sicher berollbar sein. Die Untersuchungen zeigten, dass Asphaltdecken und Betonsteinplattenbeläge mit kleinstrukturierten Oberflächen, ohne Fasungen und fugenlos auf Stoß gesetzt sich am besten für die Berollung eignen. Plattenbeläge mit breiten, mangelhaft verfüllten Fugen und stark strukturierten Oberflächen sind weniger gut befahrbar. Natursteinpflaster und Rasen schnitten am schlechtesten ab. Wassergebundene Decken, lose Kiesflächen oder Rindenmulch werden nicht akzeptiert. Der Katalog soll als Hilfestellung bei der Planung von barrierefreien Parks von EntscheidungsträgerInnen, Planenden und Ausführenden herangezogen werden.


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