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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Robert Koloseus (2010): Physikalischer Modellversuch - Geschiebefalle Steyr (Geschiebetransportmodell mit teil-beweglicher Sohle).
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und konstruktiver Wasserbau (IWHW), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 90. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Das Ziel dieser Diplomarbeit ist es, mithilfe eines physikalischen Modells, eine wirksame, kosteneffiziente und ökologische Geschiebefalle zu entwickeln. Durch die Reduktion des Geschiebetransportes soll flussab der Einmündung der Steyr in die Enns die Ablagerung von Geschiebe reduziert und damit der Hochwasserschutz der Stadt Steyr gesichert werden. Die Geschiebeausleitung erfolgt über ein Streichwehr, in das eine Geschiebegasse eingebettet ist, die in einen neuen Nebenarm überleitet. Diese Geschiebefalle liegt an der Steyr am Stadtrand der Stadt Steyr nur wenige km vor der Mündung in die Enns. Das modellierte Gebiet erstreckt sich über eine Fließlänge von 1.200 m und ein Breite von 500 m. Das Modell wurde nach alternativen Modellgesetzen von JANSEN ET AL. (1979) und HRI (1997) aufgebaut, die sich für Geschiebeuntersuchungen bewährt haben. Die Modellversuche wurden bei Hochwasserabfluss und Niederwasser durchgeführt. Das vom Fluss transportierte Geschiebe wurde mit Basaltsand, die Flusssohle mit Kies modelliert. Durch die vergleichenden Versuche von 14 baulichen Varianten wurde eine optimale Variante entwickelt. Die Morphologie der Steyr selbst bleibt unverändert. Die geplante Geschiebeentnahme erfolgt in einem Nebenarm, d.h. die Fläche, die dem Gewässer zur Verfügung steht wird verdoppelt. Die Variabilität an Habitaten wird vergrößert. Die Niederwasserversuche stellten sicher, dass mehr als 50% des Wassers im Hauptfluss verbleibt und nur ein geringer Teil ausgeleitet wird. Somit besteht keine Gefahr des Trockenfallens der Steyr im Ausleitungsbereich der Geschiebefalle. Die optimale Variante vereint niedrige Baukosten und geringen Flächenbedarf mit hoher Effizienz. Nur 15 bis 25 Prozent des Geschiebes der Steyr wird in die Enns weitertransportiert. Somit ist die geplante Sohlabsenkung und die damit verbundene Hochwasserspiegelabsenkung an der Enns im Stadtkern der Stadt Steyr nachhaltig.

Beurteilende(r): Nachtnebel Hans-Peter
1.Mitwirkender: Jugovic Cedomil Josip

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