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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Peter Scholl (2010): Schätzung des Potentials unterschiedlicher Bodenbearbeitungssysteme zur Verbesserung der bodenphysikalischen und -hydraulischen Eigenschaften sowie ihrer Ertragswirkung bei Winterweizen im semiariden Produktionsgebiet.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung (IPP), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 114. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die zu erwartende Zunahme von Witterungsextremen im Kontext des Klimawandels ist für den Pflanzenbau eine entscheidende Herausforderung. Ein Schlüssel dabei liegt in einer effizienten Wassernutzung. Die vorliegende Arbeit untersucht, welches der drei Bodenbearbeitungssysteme Direktsaat, Mulchsaat und konventionelle Bearbeitung im semiariden Produktionsgebiet das höchste Potential zur Verbesserung der bodenphysikalischen und -hydraulischen Eigenschaften hat und wie sich dies auf den Ertrag bei Winterweizen auswirkt In einem Versuch wurde zu fünf Terminen mittels Tensionsinfiltrometer die ungesättigte Leitfähigkeit gemessen. Für eine Interpretation der Werte wurden daraus der flussgewichtete Porenradius, die Porenzahl und die Makroporosität abgeleitet. Im Weiteren wurde der Wasseranteil mittels kapazitiver Sonden gemessen und Drucktopfanalysen zur Bestimmung der pF-Kurve durchgeführt. Die Daten wurden abschließend zur Parametrisierung des Modells CropSyst verwendet, um jene Prozesse zu erfassen, die die Systemdynamik bedingen. Der Bodentyp am Standort neigt bei langjähriger fehlender Bodenbearbeitung zum Dichtlagern. Der Vergleich der unterschiedlichen Bodenbearbeitungssysteme ergab, dass Pflug durch die stärkere Lockerung die höchste Leitfähigkeit aufweist. Direktsaat und Mulchsaat waren in der Lage, einen Teil der verminderten Leitfähigkeit durch die hohe (Bio-)makroporenzahl auszugleichen. Die pF-Kurven zeigten, dass die Direktsaat eine erhöhte Anzahl an Mittelporen aufweist und damit eine höhere nutzbare Feldkapazität ergibt. Im Mittel wies die Direktsaat gegenüber den beiden anderen Varianten einen höheren Bodenwassergehalt zwischen 0 und 40 cm auf. Die Simulationsanalyse ergab, dass dies vor allem auf die Mulchauflage zurückzuführen war, welche die Bodenverdunstung verminderte. Die Ertragsermittlung bei Winterweizen zeigte, dass durch die physikalische und hydraulische Bodenverbesserung bei reduzierter Bodenbearbeitung auch eine Ertragserhöhung ermöglicht ist.

Beurteilende(r): Liebhard Peter
1.Mitwirkender: Bodner Gernot

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