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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Martina Liehl (2010): Das Wasser-Greiskraut (Senecio aquaticus) im Bezirk Gmünd, Niederösterreich-Verbreitung, Standortpräferenzen und Bewirtschaftungseinflüsse.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Zentrum für Umwelt-, Naturschutz (ZUN), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 86. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Das Wasser-Greiskraut (Senecio aquaticus), das auf feuchten, bodensauren Wiesen und Weiden des nordwestlichen Waldviertels vorkommt, sorgte in den letzten Jahren für Verunsicherung bei den Landwirten, da Vergiftungsfälle aufgetreten sind. Bei diesen Wiesen handelt es sich oft um naturschutzfachlich interessante Flächen, deren Erhaltung im Rahmen von Vertragsnaturschutzprogrammen gefördert wird. Bei hohen Deckungswerten von S. aquaticus wird das Futter unbrauchbar und die Flächen sind vom Umbruch bedroht. Vor diesem Hintergrund war das Ziel der vorliegenden Arbeit, die Kenntnisse über die tatsächliche Verbreitung und Häufigkeit von S. aquaticus zu verbessern. Außerdem wurden Standortpräferenzen und Bewirtschaftungseinflüsse untersucht. Dazu wurden in drei Katastralgemeinden des Bezirks Gmünd 797 Wiesen und Weiden mit einer Gesamtfläche von ca. 378 ha kartiert. Eine Befragung von 21 Landwirten ergab Informationen zur Bewirtschaftungsweise von 302 Feldstücken. Das Wasser-Greiskraut kam auf knapp der Hälfte der untersuchten Feldstücke vor. Bei einem Drittel dieser Flächen lagen die Deckungswerte zwischen knapp unter 5 und 20 %, bei zwei Drittel unter 1 %. Senecio aquaticus kam fast ausschließlich in feuchten und nassen Grünlandtypen vor. Ebenes oder wenig geneigtes Gelände sowie Mulden und Senken begünstigten das Vorkommen. In konventionell bewirtschafteten Flächen, die nicht oder mäßig gedüngt werden, trat S. aquaticus vermehrt auf. Besonders häufig war die Pflanze in feuchten, mäßig nährstoffreichen Wiesen ("Rotschwingelwiese mit Kuckucks-Lichtnelke") und in Heuwiesen, die im Juni und August/September gemäht werden. Zur Regulierung des Wasser-Greiskrauts wird ein abgestuftes Management diskutiert. Die Grundlagen dafür bildeten mehrjährige populationsökologische Untersuchungen von Gabriele Bassler im Rahmen des Projektes "Giftpflanzen im Grünland". Eine Mahd zur Hauptblütezeit des Greiskrauts im Juli scheint geeignet, um die Samenbildung einzuschränken und das Wasser-Greiskraut zu reduzieren, ohne den Pflanzenbestand zu sehr zu verändern.

Beurteilende(r): Kriechbaum Monika

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