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Svjetlana Medjakovic (2010): Aryl hydrocarbon receptor activity of plant extracts.
Dissertation - Studienabteilung, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 364. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Der Arylhydrocarbon Rezeptor (AhR) ist ein wichtiger Regulator von physiologischen Prozessen, darunter die Zellzykluskontrolle und Reproduktion. Ein tieferes Verständnis von Substanzen, die den AhR aktivieren und Identifikation noch unbekannter AhR Aktivatoren, die umweltverschmutzende Chemikalien aber auch natürliche Pflanzen- und Lebensmittelinhaltsstoffe sein können, könnten die Ausgangssubstanzen für die Behandlung von Krebs, Wechseljahrsbeschwerden und hormonell-abhängiger Erkrankungen sein. Es wurden Extrakte essbarer Pflanzen, Lebensmittelinhaltsstoffe, sowie ausgewählte Pestizide, die potentiell in Lebensmitteln vorkommen können, untersucht. Rotklee ist ein potenter Aktivator des humanen AhR. Der Wirkung konnten chemische Strukturen zugewiesen werden, nämlich den potenten AhR Liganden Formononetin und Biochanin A. Auch aus Sauerkraut konnte eine neue Verbindung, Indolylfuran (1-(2-furanyl)2-(3-indolyl)ethanon), isoliert werden, die ein starker AhR Ligand ist. Sauerkrautextrakt und Indolylfuran zeigten in vivo antiöstrogene Wirkung. In dieser Studie konnten auch grundlegende Wechselwirkungen zwischen dem AhR und dem Östrogenrezeptor (ER) aufgeklärt werden. Eine AhR-Aktivierung kann auch durch unsachgemäße Anwendung von Pestiziden erfolgen. Nicht-persistene Pestizide, die in der Obstkultivierung und dem Weinbau verwendet werden, wurden untersucht, ob sie über nukleäre Rezeptoren, wie AhR, ER und dem Androgenrezeptor (AR), das hormonelle Gleichgewicht beeinflussen können. Einige Pestizide zeigten in vitro diese Wirkung, aber bei einer Anwendung entsprechend den gesetzlichen Richtlinien, werden nicht jene Konzentrationen erreicht, die so einen Effekt auslösen können. Da aber die Exposition von Landarbeitern und der Landbevölkerung durchaus höher ist, kann eine Beeinflussung des Hormonhaushaltes nicht ausgeschlossen werden. Zusammenfassend kann man sagen, dass Lebensmittel das Potential haben den AhR und die von ihm regulierten Stoffwechselwege zu beeinflussen.


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