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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Magdalena Tamtoegl (2010): Ermittlung des Arbeitszeitbedarfs unter Berücksichtigung der Mensch-Tier-Beziehung in der biologischen Ferkelproduktion.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Grundlagen der Landtechnik, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 114. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
In der landwirtschaftlichen Produktion, auch in der biologischen Landwirtschaft, stellt Arbeitszeit ein kostbares Gut dar und eine Senkung des Arbeitszeitaufwandes wird angestrebt. In der Öffentlichkeit entstand durch diese Strukturveränderungen jedoch eine Diskussion über anonyme Tierhaltung und fehlende Tierbetreuung. Ziel dieser Arbeit ist es daher Arbeitsvorgänge mit hohem Mensch Tier Kontakt zu bestimmen, um diese bei möglichen Arbeitszeiteinsparungen zu berücksichtigen. Der Arbeitszeitbedarf sowie die Form, Anzahl, Dauer und Art der Interaktionen mit dem Tier während den Arbeitsteilvorgängen wurde dazu auf einem biologischen Ferkelproduktionsbetrieb mit zwei digitalen Stoppuhren erfasst. Die Berechnung des Gesamtarbeitszeitaufwandes erfolgte auf Basis von Selbstaufschreibung der Betriebsleiterin in ein Arbeitstagebuch. Der Gesamtarbeitszeitbedarf des Betriebes ist stark von den Routinearbeiten, vor allem von der Fütterung, beeinflusst. Die Sonder- und Managementarbeiten nehmen einen wesentlich geringeren Anteil ein. Während fast allen Vorgängen konnte eine starke visuelle Beobachtung verzeichnet werden. Ein Großteil der Interaktionen im Laufe eines Durchgangs wurde bei der Fütterung und Wassergabe beobachtet. Mehr als 90% der Interaktionen sind dabei positiver Natur. Der Anteil an Interaktionen der während der Sonderarbeiten erfolgt ist dabei relativ gering. Sonderarbeiten können jedoch vor allem zur Anzahl an taktilen Interaktionen beitragen. Nur 42% der Interaktionen während der Sonderarbeiten wurden als eindeutig positiv eingestuft. Erstrebenswert wäre es demnach, dass die Fütterung und Wassergabe weiterhin per Hand erfolgen und bei Automatisierung viel Wert auf die Kontrolle der Sauen während der Fütterung gelegt wird. Gutes Einsparungspotential im Arbeitszeitbedarf konnte für die Arbeitsvorgänge Entmisten und Einstreuen aufgezeigt werden. Bei den Sonderarbeiten ist die richtige technische Gestaltung, Herdenmanagement und Routine wichtig. Dadurch kann die Anzahl an negativen Interaktionen reduziert werden.

Beurteilende(r): Boxberger Josef

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