BOKU - Universität für Bodenkultur Wien - Forschungsinformationssystem

Logo BOKU-Forschungsportal

Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Andrea Bichler (2010): Analyse des Zusammenhangs von Landnutzung und Retentionsverhalten am Beispiel der Großen Rodl.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und konstruktiver Wasserbau (IWHW), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 70. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Extreme Hochwasserereignisse verursachten im vergangenen Jahrzehnt in den mitteleuropäischen Flussgebieten große Schäden. Durch anthropogene Eingriffe kam es besonders in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zu massiven Veränderungen in der Landnutzung und im Abflussgeschehen. Die vorliegende Arbeit untersucht mit Hilfe von hydrologischen Modellen den Einfluss von Landnutzungsänderungen auf das Abflussgeschehen in einem mesoskaligen Einzugsgebiet in Oberösterreich (~220km², Große Rodl)über einen Zeitraum von etwa zwei Jahrhunderten. Generell ist davon auszugehen, dass sich der Rückgang in der landwirtschaftlichen Nutzung bei gleichzeitiger Zunahme der Siedlungs- und Waldflächen weiterhin fortsetzen wird. Die hydrologische Modellierung wurde mit dem rasterbasierten (1x1km) hydrologischen Modell HEC-HMS in einer zeitlichen Auflösung von 1h durchgeführt. Das Modell liefert gute Ergebnisse im Bereich kleiner Hochwässer, die 1-2 mal jährlich auftreten, größere Ereignisse werden allerdings nicht zufriedenstellend simuliert. Dennoch können einige allgemeine Schlüsse gezogen werden: Mit zunehmender Ereignisgröße tritt den Einfluss von Landnutzung zurück. Der Bodenzone kommt im hydrologischen Kreislauf eine Schlüsselstelle zu, Fließprozesse im Boden sind beeinflusst von der Landbedeckung und land- und forstwirtschaftlichen Bearbeitungsmethoden. Die Größen der jährlichen Wasserbilanz (Niederschlag, Evapotranspiration und Abfluss) ändern sich nur gering. Es kommt aber zu einer Verschiebung der Abflussanteile, insbesondere der rasch wirksame Oberflächenabfluss reagiert äußerst sensitiv auf Landnutzungsänderungen. Urbanisierung hat weit stärkere Auswirkungen auf das Abflussgeschehen als die Umwandlung von landwirtschaftlich genutzten Flächen in Wald. Die Zunahme der Waldfläche kann die abflussverschärfende Wirkung von neuen Siedlungsflächen nicht kompensieren.

Beurteilende(r): Nachtnebel Hans-Peter
1.Mitwirkender: Neuhold Clemens

© BOKU Wien Impressum