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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Markus Gansberger (2010): Verbreitungsgefahr von Samenunkräutern mit Fermentationsendprodukten landwirtschaftlicher Biogasanlagen.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung (IPP), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 111 Seiten. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Mit dem Substrat (wie Silomais, Ganzpflanzen, Grünland, Zwischenfrüchten,…) werden auch Unkrautsamen in Biogasanlagen eingebracht. Dadurch wird die Ausbringung von Fermentationsendprodukten auf landwirtschaftlich genutzten Flächen häufig als problematisch bewertet. Bezüglich der Risikohöhe bei der Ausbringung von Unkrautsamen mit Fermentationsendprodukten gibt es gegensätzliche Meinungen. Zur Beurteilung des Hygienisierungsgrades von Problemunkrautsamen wurde die Keimfähigkeit ausgewählter Unkrautarten (Avena fatua, Rumex obtusifolius, Atriplex patula, Bromus sp., Galium aparine, Amaranthus sp., Elytrigia repens, Chenopodium album, Echinochloa crus-galli, Polygonum lapathifolium, Ambrosia artemisiifolia, Capsella bursa-pastoris, Stellaria media) und Fruchtarten (Zea mays, Trifolium pratense, Triticum aestivum) nach unterschiedlich langer Verweilzeit und bei verschiedenen Temperaturen im Biogasfermenter und bei Laborbedingungen untersucht. Alle Arten mit Ausnahme von Chenopodium album zwurden nach kurzzeitigem Verweilen im Fermentationssubstrat vollständig abgetötet. Nach einer Woche im mesophilen Milieu (ca. 35°C) wiesen diese Arten eine Keimfähigkeit von Nullprozent auf. Die Samen von Chenopodium album erwiesen sich sehr stabil. Nach dreiwöchiger Verweilzeit im Fermentationssubstrat kam es zu einem vollständigen Abbau der Keimfähigkeit. Noch schneller erfolgte der Abbau der Keimfähigkeit im thermophilen Milieu (ca. 50°C). Durchgeführte Tetrazoliumtests bestätigten den völligen Verlust der Lebensfähigkeit, lediglich harte Samen von Klee- und Luzernearten sind anderes zu bewerten. Für den Hygienisierungsverlauf sind entscheidend der pH-Wert, die Mikroorganismenaktivität, anaerobe Verhältnisse, mechanische Einflüsse, Schadgaskonzentrationen sowie die Temperatur des Substrates und die Verweilzeit der Samen im Fermenter. Das Ausbreitungsrisiko von Problemunkrautarten durch Fermentationsendprodukte ist äußerst gering. In der Praxis kommt es meist zu einer deutlich längeren Verweilzeit (insbesonders bei mehrstufigen Anlagen) und nachfolgend werden die Fermentationsrückstände meist noch mehrwöchig im Endlager gelagert. Dadurch wird das Risiko auf Ausbreitung von keimfähigen Unkrautsamen beinahe ausgeschlossen.

Beurteilende(r): Liebhard Peter

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