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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Jasmin Pickl (2010): Phytodiversität in Zusammenhang mit Bewirtschaftungsmaßnahmen und -intensitäten im Grünland von St. Ulrich bei Steyr.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Integrative Naturschutzforschung, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 80. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die vorliegende Diplomarbeit behandelt die Frage, inwieweit die Phytodiversität mit Bewirtschaftungsmaßnahmen und -intensitäten im Grünland von St. Ulrich, einem wichtigen Naherholungsgebiet von Steyr (Oberösterreich), zusammenhängt. Dazu wurden von 30 ausgewählten Flächen unterschiedlichster Nutzungsintensität und Ökologie pflanzensoziologische Aufnahmen gemacht und die Bewirtschafter befragt. Dabei konnten 228 Gefäßpflanzenarten, darunter 39 Rote Liste-Arten, nachgewiesen werden. Je mehr unterschiedliche Standortverhältnisse vorhanden waren und je geringer die Nutzungsintensität, desto höher war die Phytodiversität. Der entscheidendste Einflußfaktor auf die Bewirtschaftungsintensität waren die sozio-ökonomischen Hintergründe eines Betriebes. Flächen, welche aus ökonomischen Gründen für die Bewirtschaftung uninteressant bzw. zu teuer sind (Böschungen, weiter entfernte Flächen), wurden am wenigsten genutzt und wiesen die höchsten Artenanzahlen auf. Die Art der Tierhaltung (Milchviehhaltung, Mastbetriebe, Schafhaltung) war der zweitwichtigste Indikator für die Nutzungsintensität. Ein Unterschied der Artenanzahl zwischen “konventionellen” und bio-zertifizierten Flächen konnte nicht nachgewiesen werden. Die schwierige marktwirtschaftliche Situation der Landwirtschaft mit niedrigen Produktpreisen jedoch hohen Produktionskosten, ist das größte Hindernis für die Erhaltung der Phytodiversität. Einerseits müssen dadurch die Landwirte ihre Bestände fast zwangsläufig noch intensiver nutzen, andererseits fehlen oft die Zeit und das Geld, um ökonomisch uninteressante aber ökologisch wertvolle Flächen weiter zu pflegen und dadurch zu bewahren. Je mehr sich die Konsumenten dieser Zusammenhänge bewusst werden, desto größer ist die Chance für eine nachhaltigere, weil extensivere Landnutzung und somit die Phytodiversität einer “schmucken” Landschaft zu erhalten oder gar zu fördern – der Konsument kann jeden Tag im Geschäft mitgestalten, wie bunt die Blumensträuße sind, die er am Wochenende pflücken möchte.

Beurteilende(r): Holzner Wolfgang

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