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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Barbara Holzinger (2011): Scherfestigkeitsuntersuchungen auf Naturrasen-Sportplätzen.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau (IBLB), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 137. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Kurzfassung Scherfestigkeitsuntersuchungen auf Naturrasen-Sportplätzen In Anlehnung an die neu vorgeschlagene Laborprüfung der Scherfestigkeit von Rasentragschichtgemischen im Entwurf der DIN 18035-4 (2007), wurde die Scherfestigkeit belastbarer Rasenflächen unter Freilandbedingungen untersucht. Die Messungen fanden von Juni bis September 2010 an sechs Fußballplätzen mit Naturrasenbelag in Süddeutschland statt. Gemessen wurde dabei an zwei Sportplätzen mit oberbodenhaltigem Aufbau und an vier Stadienplätzen mit sandigen Rasentragschichten nach DIN 18035-4 (1991). Für die Messungen wurden auf allen untersuchten Fußballplätzen jeweils vier identische Messparzellen unterschiedlich stark belasteter Bereiche der Spielfelder ausgewählt. Ziel der Untersuchungen war Messwerte für die Scherfestigkeit unter natürlichen Bedingungen zu ermitteln und ihr Vergleich mit den geforderten Werten aus den Labormessungen nach DIN 18035-4 (Entwurf, 2007). Des Weiteren wurden beeinflussende Faktoren der Scherfestigkeit wie Bewuchs, Bodenverdichtung und -feuchtigkeit untersucht. Zwei Verfahren wurden im Zuge der Messungen verglichen: Messungen mit einer Flügelsonde, wie sie in der DIN 18035-4 (Entwurf, 2007) für die Laborprüfungen verwendet wird, erscheinen auch für vergleichende Messungen in situ als gut geeignet. Die in situ gemessenen Scherfestigkeitswerte bei Verwendung des gleichen Messgerätes, Messverfahrenes und Messtiefe, überschritten die bei der Laborprüfung geforderten Werten um bis zu 230 %. Besonderen Einfluss auf die Erhöhung der Scherfestigkeit zeigten die Spiel- und Pflegeintensität, sowie der Bewuchs. Bodenverdichtungen führten tendenziell zu einer höheren Scherfestigkeit. In Bereichen mit Bodenverdichtungen, vor allem durch intensives Spiel, zeigte sich aber eine Schädigung des erwünschten Pflanzenbestandes und ungenügendes Pflanzenwachstum. Es trat außerdem ein höherer Anteil unerwünschter Pflanzen auf, insbesondere stolonenbildende Gräser, die die Oberflächenscherfestigkeit lokal reduzierten. Die Untersuchungen zeigten, dass durch regelmäßige Bodenbearbeitung Verdichtungen in der Rasentragschicht reduziert werden können, ohne dabei die Scherfestigkeit herabzusetzen.

Beurteilende(r): Florineth Florin

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