BOKU - Universität für Bodenkultur Wien - Forschungsinformationssystem

Logo BOKU-Forschungsportal

Gewählte Dissertation:

Michael-Marcus Tauber (2011): MASSNAHMEN ZUR STEIGERUNG DER STROMERZEUGUNG AN WASSERKRAFTANLAGEN BEI GLEICHZEITIGER ERFÜLLUNG DER RICHTLINIEN 2009/28/EG (ERNEUERBAREN RICHTLINIE)UND 2000/60/EG (WASSERRAHMENRICHTLINIE).
Dissertation - Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und konstruktiver Wasserbau (IWHW), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 414. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die teils diametralen Forderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (2000/60/EG) sowie die der Erneuerbaren Energien Richtlinie (2009/28/EG) bilden die Grundlagen und Rahmenbedingungen für die vorliegende Arbeit. Anhand einer Wasserkraftpotenzialstudie sowie der Entwicklung einer ökologisch / ökonomisch optimierten Fischwanderhilfe werden Potenziale aufgezeigt, welche die Stromproduktion an Wasserkraftwerksstandorten unter Beachtung der aktuellen Zielvorgaben der Ökologie nachhaltig sichern und steigern kann. Die Wasserkraftpotenzialstudie für das Bundesland Salzburg zeigt systematisch jene Potenziale auf, die durch Revitalisierung bestehender Anlagen und durch die multifunktionale Nutzung von Trinkwasserversorgungen und Beschneiungsteichen gehoben werden können. Für das Bundesland Salzburg ergibt sich für 404 Wasserkraftwerke < 5 MW ein Revitalisierungspotenzial von 455 GWh/a, für Kraftwerke > 5 MW ein Potenzial von 300 GWh/a. 180 mögliche Trinkwasserkraftwerke könnten mit rd. 16 GWh/a an der Stromproduktion mitwirken. Pumpspeicherkraftwerke an bestehenden Beschneiungsteichen könnten 1.430 GWh/a an Veredelungsenergie zur Verfügung stellen. Das Potenzial – erreicht durch die Optimierung von Ökologisierungsmaßnahmen – wird beispielhaft an der hydraulischen Weiterentwicklung einer Fischwanderhilfe in Modellversuchen im Maßstab 1:5 und 1:1 aufgezeigt. Im Vergleich mit einem Vertical Slot Fishpass erreicht der so genannte Multi Structure Slot Fishpass bedingt durch eine spezielle Formgebung des Schlitzbereiches, eine Durchflussreduktion von 33 % bis 45 %. Daraus resultiert eine Fließgeschwindigkeitsreduktion, welche für die Fischfauna speziell an den neuralgischen Punkten einer Fischaufstiegshilfe (Schlitzbereich) deutliche Abminderungen der maximalen Fließgeschwindigkeiten von 25 % erreicht. Erste Fischversuche im Labor bestätigen die biologische Funktionsfähigkeit des neuen, turbulenzärmeren Systems.

Betreuer: Mader Helmut
1. Berater: Pelikan Bernhard
2. Berater: Schmutz Stefan

© BOKU Wien Impressum