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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Kristina Plenk (2011): Molekulargenetische Untersuchungen zum Saison-Dimorphismus bei Gentianella bohemica (Gentianaceae) im niederösterreichischen Waldviertel.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Integrative Naturschutzforschung, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 69. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Der Böhmische Enzian (Gentianella bohemica) ist eine endemische, vom Aussterben bedrohte Art der Böhmischen Masse, welche durch die landwirtschaftliche Intensivierung bzw. Flächenaufgabe stark zurückgedrängt wurde. Seine Verbreitung beschränkt sich auf Deutschland, Polen, Tschechien sowie Österreich mit Populationen im oberösterreichischen Mühl- und niederösterreichischen Waldviertel. Die auf extensiv bewirtschafteten Wiesen und Weiden vorkommende Pflanze zeigt eine saisonale Differenzierung in früh- und spätblühende Sippen, wobei frühblühende Populationen aktuell nur noch im Waldviertel bekannt sind. Im Vordergrund stand die Frage, ob sich die beiden phänologisch nicht überschneidenden Sippen als genetisch eigenständig charakterisieren lassen. Darüber hinaus wurde ihre genetische Struktur und Diversität untersucht. Mittels der AFLP-Fingerprint-Technik wurde die genetische Variabilität von 290 Individuen aus 15 Populationen untersucht. Die Auswertungen der Daten mittels Distanz- und Clusteranalysen sowie Analysen der molekularen Varianz zeigten eine genetische Eigenständigkeit der frühblühenden Sippe. Ein Zusammenhang zwischen der geographischen Herkunft und der genetischen Struktur der Populationen wurde durch eine Bayes’sche Clusteranalyse aufgezeigt. Dabei konnten vier Gruppen entsprechend ihrer Herkunft beobachtet werden. Die Berechnung der molekularen Varianz (AMOVA) ergab einen Anteil der genetischen Differenzierung zwischen den Populationen von 31%. Dabei entfällt im Bereich des gemeinsamen Vorkommens ein deutlicher Anteil auf die Differenzierung zwischen früh- und spätblühender Sippe. Bei der Berechnung der genetischen Diversität von Gentianella bohemica wurden niedrige Werte festgestellt, welche aber noch im Erwartungsbereich für zweijährige, endemische Arten liegen. Eine signifikante Beziehung zwischen Populationsgröße und Diversität konnte nicht gefunden werden. Auf Grund dieser Ergebnisse wird die Bedeutung der frühblühenden Sippe von Gentianella bohemica als eigenständiges Schutzobjekt deutlich.

Beurteilende(r): Kropf Matthias
1.Mitwirkender: Kriechbaum Monika

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