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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Josef Pichler (2011): Sicherheitskonzept Liesgele: Darstellung und Gefahrenanalyse der Liesgele-Lawine .
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Alpine Naturgefahren (IAN), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 222. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Ziel der hier vorliegenden Diplomarbeit ist es, das potentielle Lawinenrisiko der Liesgele-Lawine am Südportal der ÖBB-Tauernbahnstrecke (Mallnitz) und den darauf verkehrenden Schienenfahrzeugen, sowie der ÖBB-Infrastruktur am Fuß des Liesgelespitz, auf einer wissenschaftlichen Basis zu bestimmen. Entsprechend dem zu erwartenden Lawinenrisiko werden praktikable Varianten des Lawinenschutzes beschrieben und an die gegebenen Umstände angepasst. Aufbauend auf einer Extremwertanalyse der Neuschneesummen erfolgte die Bestimmung Anbruchmächtigkeiten von Lawinen der Liesgele-Lawine mit unterschiedlichen Wiederkehrperioden. Für die Extremwertstatistik ist das „Extreme-Value-Analysis Programm“ (EVA+) der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik verwendet worden. Durch die Verwendung dieses numerischen Models war es möglich, eine Vielzahl verschiedener Herangehensweisen in der Extremwertanalyse durchzuspielen, um im Anschluss die bestmöglichen Ergebnisse für die Gefahrenanalyse zu gewinnen. Bisher wurde die Liesgele-Lawine nur mit temporären Lawinenschutzmaßnahmen gesichert. Das bis dato bestehende Sicherheits- und Schutzkonzept sieht betriebliche Maßnahmen – Sperre von einem oder allen Gleisstrecken, Einberufung einer Lawinenwarnkommission, etc. – sowie dem gezielten Absprengen von Lawinen unter dem Einsatz von Hubschraubern vor. Ausgehend von der Beurteilung des ständig bestehenden geringen Restrisikos, wurden in dieser Diplomarbeit technische Varianten des Lawinenschutzes, wie Lawinenauffangbauten und Frühwarn- und Monitoring-Systeme, diskutiert. Neben der Bemessung der einzelnen Schutzkonzepte wurden auch die Investitionskosten der einzelnen Komponenten angeführt. Aus den Varianten der Schutzmaßnahmen wird ersichtlich, dass es bereits ab relativ kleinen Investitionskosten, verglichen mit den potentiell hohen Wiederbeschaffungskosten, möglich ist, diverse Sicherheitsbedürfnisse seitens der Österreichischen Bundesbahnen permanent abzudecken.

Beurteilende(r): Hübl Johannes

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