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Gewählte Dissertation:

Josef Schrabauer (2016): Anbau von alternativen mehrjährigen Gräserarten für die Produktion von Biogassubstrat, Brennstoff und strukturreichem Futter in Österreich.
Dissertation - Abteilung Pflanzenbau, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 152. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Auf Grünlandflächen können neben Futtermitteln auch nachwachsende Rohstoffe ökologisch verträglich produziert werden. Aufgrund des fortschreitenden Klimawandels wird Grünland künftig häufiger von Trockenheit betroffen sein. Es wurden 10 trockentolerante Gräser (Agropyron elongatum, Agropyron intermedium, Agropyron desertorum, Agropyron trachycaulum, Elymus hoffmannii, Elymus junceus, Bromus inermis, Bromus marginatus, Festuca arundinacea und Panicum virgatum) angebaut und mit vier üblichen Futtergräsern in Vergleich gestellt (Dactylis glomerata, Arrhenatherum elatius, Agrostis gigantea und Agropyron repens). Die Parzellenversuche wurden bei Ein- bis Dreischnittnutzung durchgeführt. Bei Einschnittnutzung lieferten P. virgatum (14258 kg TM ha-1) und A. elongatum (13086 kg TM ha-1) die höchsten bereinigten Jahreserträge. Die mehrjährige Ausdauer dieser zwei Arten war aber nur gegeben, wenn P. virgatum nicht vor dem Abfrosten und A. elongatum nur einmal jährlich geerntet wurde. Zur Brennstoffproduktion war das Erntegut von einschnittig genutztem Panicum virgatum aufgrund des günstigen Ascheschmelzverhaltens und des geringen Chlorgehaltes vorteilhaft. Die hohen Stickstoff-, Schwefel- und Aschegehalte von P. virgatum erhöhen die Anforderungen an die Verbrennungsanlage. Bei Mehrschnittnutzung hob sich F. arundinacea durch die Ertragshöhe (12533 kg TM ha-1 bereinigter Jahresertrag) und das geringe Aufkommen an Begleitflora (0,1 % Deckungsgrad) positiv hervor. F. arundinacea erwies sich aufgrund der geringen Rispenanteile im Erntegut und der hohen Methanerträge (3607 m3 ha-1) günstig für die Produktion von Biogas und strukturreichem Futter. Aufgrund der raschen Jungendentwicklung von A. trachycaulum wird erwartet, dass sich die Art für den Einsatz als Deckfrucht eignet. Die Integration von alternativen Gräsern in Ackerfruchtfolgen führt zu Grundwasserschutz, Humusaufbau, Erosionsminderung und phytosanitären Wirkungen.

Betreuer: Liebhard Peter
1. Berater:
2. Berater: Moder Karl

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