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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Petra Johanna Sölkner (2012): Rebound Effekte im Energieverbrauch nach thermischer Sanierung von Wohngebäuden.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Konstruktiver Ingenieurbau (IKI), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 230. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Seit der Klimakonferenz in Rio de Janeiro 1992 werden in vielen Industrieländern Maßnahmen zur Reduktion von CO2 Emissionen umgesetzt. U.a. soll die Erhöhung der Energieeffizienz den Verbrauch von fossilen Energieträgern senken. Der Gebäudesektor ist für 40 % des Endenergieverbrauchs und 36 % der CO2 Emissionen im EU-Raum verantwortlich und steht im Zentrum vieler Energiepolitiken. Die Erhöhung der Sanierungsrate ist ein wichtiges Thema geworden, denn die CO2 Reduktionspotentiale am Gebäudesektor sind sehr hoch. Nach der Umsetzung von Effizienzprogrammen wird jedoch immer wieder festgestellt, dass die erwarteten Einsparungen nicht erreicht werden. Dieses Phänomen wird als Rebound Effekt bezeichnet, der verschiedene Ursachen haben kann. Anhand einer Literaturstudie werden Rebound Effekte und ihre Einflussfaktoren auf den Heizenergieverbrauch von privaten Haushalten besprochen. Am Beispiel von 27 Gebäudesanierungen werden die Rebound Effekte berechnet und deren Ursachen analysiert. Die Ergebnisse zeigen Rebound Effekte von –25% bis + 61%, also Minder- und Mehrverbräuche gegenüber den berechneten Werten im Heizenergieverbrauch der Gebäude. Hauptursachen für die Mehrverbräuche sind die suboptimale Sanierungsqualität, die schwierige Einstellung und Steue-rung von hochkomplexen technischen Anlagen und das ungünstige Verhalten der Nutzer. Minderverbräuche sind in der Sparsamkeit der Nutzer begründet. Die Rebound Effekte können durch folgende Maßnahmen reduziert werden: max. Sanierungsqualität, Minimieren von Wärmebrücken, Qualitätssicherung der technischen Anlagen, die an das geänderte thermische Verhalten des sanierten Gebäudes angepasst sind, Vermeiden von unerwünschten Wärmeeinträgen abseits der kontrollierbaren Wärmeabgabeflächen, Information und Schulung der Nutzer, Installation von leicht bedienbaren Steuerungs- und Kontrolleinheiten, an denen die Nutzer ihren Energieverbrauch in Echtzeit ablesen können, und eine direkte und übersichtliche Energiekostenabrechnung.

Beurteilende(r):

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