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Gewählte Dissertation:

Elnaz Ebrahimi Mollabashi (2016): ADAPTATION STRATEGIES FOR SUSTAINABLE WHEAT PRODUCTION UNDER CLIMATE CHANGE IN AUSTRIA.
Dissertation - Abteilung Pflanzenbau, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 114. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Klimawandel wird die Agrarumwelt zukünftig verändern. Dies erfordert die Anpassung pflanzenbaulicher Systeme an neue Bedingungen zur Erhaltung der nachhaltigen Produktion. Ziel der Arbeit war es zum einen, Unterschiede zwischen Weizensorten hinsichtlich ihrer Anpassung des Wurzelsystems an Trockenheit zu untersuchen. Zum anderen sollten Anpassungsstrategien der Produktionstechnik (N-Düngung, Anbautermin) an veränderte Bedingungen zur Erhaltung einer nachhaltigen Weizenproduktion evaluiert werden. Zielgebiet der Studien war der Osten Österreichs mit derzeit gemäßigtem, semi-ariden Klima. Wesentliche Ergebnisse waren: i. Die Weizen-Biomasse nahm in einem Trockenjahr 2008 verglichen zu dem feuchteren 2009 um 15% ab. Dabei waren deutliche Unterschiede in Wurzelwachstum und -architektur feststellbar. ii. Eine Simulationsstudie basierte auf dem Agricultural Production Systems Simulator (APSIM) verknüpft mit drei Global Circulation Models (GCMs) mit entweder hohen (A1B) oder niedrigen (B1) CO2-Emissionsannahmen verglichen mit einem Ausgangsszenario 1981-2010. Nach erfolgreicher Parametrisierung und Evaluierung von APSIM anhand von Ergebnissen mit unterschiedlichen N-Gaben und Aussaatzeitpunkten über zwei Jahre wurde festgestellt, dass die Weizenerträge im CGMR-Szenario leicht über der Ausgangssituation lagen, während unter den ICPM4-Bedingungen die Erträge um 29 bzw. 32% abnahmen bei niedriger bzw. hoher CO2-Emission. Für zukünftige Klimabedingungen erscheinen maximale Weizen-Erträge wahrscheinlich, wenn die Aussaat früh erfolgt (20. Sept.) und 160 kg N pro ha gedüngt werden, allerdings früher als derzeit üblich. iii. Die Evaluierung eines Mischanbaus von Weizen mit Raps ergab höhere Trockenmassen und Erträge im Reinanbau über zwei Jahre. Die Weizenerträge gingen im trockenen jahr 2011-12 um 35% zurück. Der substitutive Ersatz von 25% Weizen durch Raps erwies sich als profitabelste Variante verglichen mit anderen Mischungsverhältnissen sowie den Reinsaaten. Insgesamt wird deutlich, dass effiziente und umsetzbare Anpassungsstrategien im Pflanzenbau sowie angepasste Genotypen für die nachhaltige Weizenproduktion in der Zukunft essenzielle Bedeutung haben.

Betreuer: Kaul Hans-Peter
1. Berater: Bodner Gernot
2. Berater:

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