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Gewählte Dissertation:

Bojan Stefanovic (2014): Mechanism for cellulose modification – degradation and surface modification.
Dissertation - Abteilung für Chemie nachwachsender Rohstoffe, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 102. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Cellulose, als die häufigste bioorganische Verbindung der Erde, ist ein vielseitiges Ausgangsmaterial für die Herstellung von Cellulosederivaten, die in verschiedenen Branchen eingesetzt werden. Oft ist die Modifizierung von Cellulose die Voraussetzung für den direkten Einsatz in unterschiedlichen Anwendungsgebieten. Das hohe Molekulargewicht von Cellulose und die teilkristalline Struktur beschränken jedoch die direkte Verwendbarkeit, weshalb die Modifizierung von Cellulose oft mit einem selektiven Abbauschritt kombiniert wird. Aus diesem Grund wurden die Auswirkungen von tribochemischen und sonochemischen Behandlung untersucht. Dabei wurde eine deutliche und rasche Verringerung des Polymerisationsgrades beobachtet, die unabhängig vom jeweiligen Ligningehalt war. Weiters konnte gezeigt werden, dass mechanische Abbauprozesse (Mahlen und Ultraschallbehandlung) nicht ausschließlich nur Spaltungen der Cellulosekette zur Folge haben, sondern von Celluloseoxidation begleitet werden. Die Oxidation (Einführung von Carbonylgruppen) erfolgt dabei im Fall von Ultraschallbehandlung an oder nahe an der Endgruppen (reduzierend oder nicht reduzierend), und entlang der Celluloseketten wenn Cellulose gemahlen wird. Die Bekleidungsindustrie verarbeitet immer noch überwiegend Baumwolle. Diese erfordert häufig Vorbehandlungsschritte, wie beispielsweise eine Oberflächenmodifikation, um z.B. die Knitterneigung zu verbessern. Die Auswirkungen von verschiedenen wässrigen Emulsionen von Pflanzenölen auf die Faltenglättung wurde an 100%igem Baumwollgewebe untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die chemische Struktur von Fettsäuren ein wichtiger Faktor ist, der das Knittern beeinflusst. Zusätzlich bewirkt eine höhere Konzentration des Pflanzenöls eine verbesserte Faltenreduktion. Die Untersuchungen belegen, dass auf Grund der Bildung eines Mikrofilms rund um Fasern und Garne eine verbesserte Faltenglättung erreicht wird, da der Mikrofilm den Reibungskoeffizienten reduziert.

Betreuer: Potthast Antje
1. Berater: Rosenau Thomas
2. Berater: Kostic Mirjana

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