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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Sarah Kocher (2010): Ermittlung von Unfallursachen mit Holzspaltern zur Verbesserung der Arbeitssicherheit.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Landtechnik, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 83. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Seit einigen Jahrzehnten bieten Holzspalter Erleichterung bei der Herstellung von Scheitholz. Dies bedingt jedoch das Risiko von schweren Verletzungen. Ziel dieser Arbeit war es, über dokumentierte Holzspalterunfälle diejenigen Faktoren zu ermitteln, die zu Verletzungen führten. Basierend auf den Ergebnissen werden bisherige Präventionsmaßnahmen einer Weiterentwicklung unterzogen, um künftig das Unfallrisiko zu minimieren. Es standen 140 mittelschwere, schwere und tödliche Holzspalterunfälle als Datenbanken und Unfallberichte der Jahre 2005 bis 2008 zur Verfügung und 23 Verunfallte wurden befragt. Es erfolgte eine statistische Auswertung der Daten. Drei Viertel (72,6 %) der Unfälle ereigneten sich beim normalen Bewegungsablauf der Holzspalter. Zwei Drittel (65,3 %) der Unfälle waren auf Nichtbeachtung von Vorschriften und Unachtsamkeit zurückzuführen. Die Verletzungen, die sich die Anwender zuzogen, waren zur Hälfte (2005 – 2007: 53,3 %; 2008: 50,0 %) Amputationen und Teilamputationen. Warum und wie genau sich die Verunfallten beim Holzspalten verletzten, konnte über die Datenanalyse nicht ausreichend identifiziert werden. Durch die Befragung konnte eruiert werden, dass diejenigen, die nicht in der Landwirtschaft tätig waren, zu 83,3 % (10/12) mit einer Hilfskraft arbeiteten. Zu den angegebenen Vorteilen des Arbeitens mit Hilfskraft zählten schnelleres und sichereres Vorankommen (10/13; 77 %). Als häufigste Unfallursachen wurden das Verletzen am Holzspalter während des Holzaufstellens (8/23; 35 %), Unfälle während des Zusammenbauens und Warten des Holzspalters (5/23; 22 %) sowie das Überbrücken, Nachgreifen und Einzwicken in bereits gespaltenem Holz (jeweils 3/23; 13 %) genannt. Durch die Evaluierung von neuen Holzspaltern wurde ersichtlich, dass diese der geltenden Norm (Europäische Norm 609-1) und der Maschinenrichtlinie (2006/42/EG) entsprechen. Da sich trotzdem Unfälle mit Holzspaltern ereignen, würden diese Richtlinien von einer Überarbeitung profitieren. In Ergänzung wurden Informations- und Kommunikationstechnologien wie Laser, Wärmebildkameras, RFID (Radio Frequency Identification) und Videosensoren als mögliche Sicherheitsverbesserungen bewertet. Eine Herstellerbefragung sowie ein Expertenkreis zur Diskussion der vorliegenden Arbeit sowie künftiger Präventionsmaßnahmen sind weiters anzustreben.

Beurteilende(r): Quendler Elisabeth

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