BOKU - Universität für Bodenkultur Wien - Forschungsinformationssystem

Logo BOKU-Forschungsportal

Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Sophia Sonntag (2013): Hat der Apollofalter in der Wachau noch eine Chance? Lebensraumeignung und Gefährdungsursachen in der Umgebung von Spitz an der Donau.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Integrative Naturschutzforschung, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 54. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Die Tieflandpopulationen des Apollofalters (Parnassius apollo) sind in ganz Europa stark gefährdet oder bereits erloschen, wie das Vorkommen in der Wachau. Diese Arbeit beschäftigte sich mit der Frage, ob es im Untersuchungsgebiet noch geeignete Lebensräume mit ausreichend Ressourcen für die unterschiedlichen Entwicklungsstadien des Apollofalters gibt. Ergänzend wurden die Synchronisation der Blütezeit der Saugpflanzen und der Flugzeit des Falters und Abweichungen der Temperatur und Niederschläge vom langjährigen Monatsmittel seit 1960 betrachtet. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass für das Aussterben des Apollofalters in der Wachau ein Faktorenkomplex verantwortlich ist. Obwohl es im Untersuchungsgebiet Bereiche mit geeigneten Trockenlebensräumen und ausreichend Raupenfutterpflanzen gibt, ist davon auszugehen, dass Lebensraumveränderungen für das Aussterben des Apollofalters eine wesentliche Rolle gespielt haben. Der intensive Herbizideinsatz, der in den Weingärten und deren Randbereichen beobachtet wurde, hat darüber hinaus negative Auswirkungen auf das Saugpflanzenangebot. Außerdem könnte eine leichte Verschiebung der Blütezeit der Saugpflanzen und der Flugzeit des Falters im Zusammenhang mit Klimaänderungen zur Verschlechterung der Situation für den Apollofalter in der Wachau beigetragen haben. Die Frage, ob der Apollofalter in der Wachau noch eine Chance hat, bleibt offen. Maßnahmen, die ein ausreichendes Angebot an Blütenpflanzen und offenen Stellen im Mosaik mit verbuschten Bereichen schaffen, sowie eine Reduktion des Pestizideintrages sind auf jeden Fall sinnvoll, da der Apollofalter als Schirmart stellvertretend für eine ganze Reihe von anderen Tier- und Pflanzenarten betrachtet werden kann.

Beurteilende(r): Kriechbaum Monika
1.Mitwirkender: Pennerstorfer Josef

© BOKU Wien Impressum