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Mauerinventar Nenzing; Mauerinventar historischer Forstweg Jagdberg

Projektleitung
Drexel Anna Maria, BOKU Projektleiter/in
Laufzeit:
01.02.2011-19.06.2013
Art der Forschung
Angewandte Forschung
Mitarbeiter*innen
Leitner Christina, Projektmitarbeiter/in (bis 31.01.2013)
Beteiligte BOKU-Organisationseinheiten
Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau
Gefördert durch
Amt der Vorarlberger Landesregierung / Abteilung VIIa Raumplanung und Baurecht, Landhaus , 6901 Bregenz, Österreich
Abstract
Vielfach wurden diese kleinen, die Kulturlandschaft prägenden Objekte seit 30 Jahren nicht mehr gepflegt oder in Stand gesetzt. So sind zahlreiche Mauern nicht mehr ganz intakt und in ihrem Bestand bedroht. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind jedoch diese Zeugen, die von früheren Wirtschaftsweisen und Verkehrsgeschichten erzählen noch vorhanden und in ihnen gesammeltes Handwerkswissen und Erfahrungen archiviert. Eine jüngst gestartete Inventarisierung, die ausschliesslich auf Initiative und unter Mitwirkung interessierter Gemeinden erfolgt, liefert einerseits Kenntnis über den Umfang und die Bedeutung der historischen Mauern, andererseits werden bereits parallel mit den Ortsbürgern Probleme und Möglichkeiten der Erhaltung und Pflege besprochen und angeregt. Da nur erhalten wird, was noch Funktion hat (ideell oder materiell) und worüber man Kenntnis hat, kommt dem Aufbau von lokalem Handwerkswissens, welches nahezu gänzlich verloren gegangen ist, grosse Bedeutung zu. Verschiedene Strategien und Instrumente erscheinen besonders zielführend. Identifikation und lokal verankertes Wissen sind die entscheidenden Faktoren, soll dieses kulturelle Erbe der historischen Mauern und Wege langfristig erhalten bleiben. Dabei spielen die Gemeinden in Vorarlberg eine entscheidende Rolle.

Neben Frankreich und Italien hat vor allem die Schweiz weitreichende Erfahrungen und interessante Instrumente entwickelt zur Erhaltung von historischen Mauern und Wegen. So erfasst und dokumentiert ViaStoria (vgl. www.viastoria.ch/, Aerni et al, 2006 und Doswald, 2000) seit über 25 Jahren verkehrsgeschichtlich bedeutende oder kulturlandschaftsprägende Wegverläufe, Saumpfade und Alpenquerungen. Viel Erfahrungen wurde bereits gesammelt bei der Erhaltung und Instandsetzung von Wegen, Brücken und Mauern (vgl. ViaStoria / Zentrum für Verkehrsgeschichte, Stiftung Umwelteinsatz Schweiz (SUS), Technische Vollzugshilfe der ASTRA, u.a.). Fonds und Stiftungen sind unterstützend tätig (z.B. Stiftung Landschaftsschutz / SL, Fonds Landschaft Schweiz / FLS), die Zukunft wertvollster bauhistorischer Substanz ganzer Talschaften und ihre langfristige Erhaltung ist trotzdem derzeit eine brennende Frage, wie etwa im Valle Bavona, um nur ein Beispiel zu nennen (vgl. Gadea–Martini, 2010).
In Österreich war die Hochwasserkatastrophe im Jahre 2002 in der Wachau, die grösste Zerstörungen der Weinterrassen und der sie prägenden Trockensteinmauern bewirkte, Auslöser für die erste regionale Initiative zur Erhaltung der historischen Bausubstanz und zur Förderung der traditionellen Bauweisen.
In den letzten drei Jahren sind in Vorarlberg Initiativen zur Erhaltung historischer Mauern und Wege entstanden, die ersten im Montafon (Via Valtelina) und in Zwischenwasser (vgl. Amt der Vorarlberger Landesregierung, 2008 und AutorInnenkollektiv, 2009). Sie können vor allem auf die umfangreichen Vorarbeiten des Historikers Helmut Tiefenthaler aufbauen (vgl. Tiefenthaler 2004, 2008, 2009). Die Raumplanungsabteilung des Landes Vorarlberg unterstützt diese Ansätze durch Förderung der Inventarisierung und koordinative Tätigkeit. Knappe Kassen bei den Gemeinden wie auch beim Land Vorarlberg, aber auch das Ziel einer langfristigen Erhaltung werfen von Beginn an die Fragen nach den Schlüsselfaktoren und Strategien auf.
Schlagworte
Bauforschung; Technikgeschichte; Wissensmanagement; Nachhaltige Entwicklung, Nachhaltiges Wirtschaften; Kulturlandschaftsforschung; Regionalgeschichte;
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