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Interagierende und sich veraendernde Qualitaetskonventionen

Projektleitung
Quinones-Ruiz Xiomara-Fernanda, BOKU Projektleiter/in
Laufzeit:
01.09.2018-31.08.2021
Programm:
Hertha-Firnberg-Programm
Art der Forschung
Grundlagenforschung
Mitarbeiter/innen
Beteiligte BOKU-Organisationseinheiten
Institut für Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
Gefördert durch
Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) , Sensengasse 1, 1090 Wien, Österreich
Abstract
Kaffee ist eines der meistgehandelten Agrarprodukte und repräsentiert eine wesentliche wirtschaftliche Grundlage für viele Entwicklungsländer. Aufgrund der Nachfrage nach nachhaltigem und qualitativ hochwertigem Kaffee, entstanden freiwillige Standards, wie Fairtrade, Bio oder geschützte geografische Herkunftsangaben. Das Forschungsprojekt betrachtet formale und informelle Prozesse, mit Hilfe derer AkteurInnen der Wertschöpfungskette, wie ErzeugerInnen, HändlerInnen und internationale KäuferInnen (z.B. RösterInnen, MarkeninhaberInnen, EinzelhändlerInnen, Cafés), Qualitätsvereinbarungen für drei ausgewählte freiwillige Standards (d.s., Fairtrade, Bio, geschützte geografische Herkunftsangaben) er-stellen, neu definieren und kombinieren. Qualitätsvereinbarungen werden als soziale Konstrukte und als Ergeb¬nis sozialer Prozesse und kollektiver Entscheidungen verstanden. Das Forschungsprojekt i) unter-sucht das Zusammenspiel und die Kombination der verschiedenen freiwilligen Standards und der informellen Qualitäts¬konventionen (z.B. Regelungen von Erzeugerverbänden oder soziale Normen, welche die Wahrnehmung davon prägen, was „guter“ Kaffee ist); ii) erfasst die Entwicklung und Neudefinition von Qualitätsvereinbarungen in den letzten 30 Jahren (nach der Aufhebung des Inter¬na¬tio¬nalen Kaffee-Übereinkommens im Jahr 1989); und iii) bestimmt die Unterschiede im Qualitätsempfinden verschiedener AkteurInnen der Wert¬schöp¬fungs¬kette. Empirische fall¬ und länderübergreifende Ver¬gleiche sollen einen vertieften Einblick in die Neudefinition von Qualiltätsvereinbarungen für Kaffee und die Rolle der verschiedenen AkteurInnen bei dieser Entwicklung geben. Das Projekt schlägt neue Wege ein, da die dynamische Sichtweise auf die Konventionentheorie gestärkt wird, indem diese mit dem Institutional and Analysis Development (IAD) Frame¬¬work aus der Theorie des kollektiven Handelns (insbesondere die Situation des dynamischen Handelns) kombiniert wird. Die theoriebasierte empirische Forschung wird dringend benötigte Einblicke in die inter¬agier¬en¬den und sich entwickelnden Qua¬li¬täts¬standards, vereinbart zwischen ErzeugerInnen im Süden und internationalen KäuferInnen im Norden, liefern, welche auf dem Grad der kollektiven Entscheidungen, der Zusammenarbeit und auf den Formen kollektiver Qualitätskontrolle basieren. Diese Forschung ist in Hinblick auf die Ziele der nachhaltigen Ent¬wicklung, die von den Vereinten Nationen im Jahr 2015 definiert wurden, und auf die jüngste wirt¬schaftliche Krise, wo die Adaptierbarkeit der Spielregeln und die Voraussetzungen für die Qualitäts¬definition mit neuer Dringlichkeit diskutiert werden, dringend notwendig.
Schlagworte
Agrarpolitik; Nachhaltige Landwirtschaft;
bio; fairtrade; Hertkunftangaben; institutionelle Analyse; kaffee;
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