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Partizipative Garantiesysteme (PGS): Fakten und Fiktion zum Konzept der Partizipation

Projektleitung
Vogl Christian R., Projektleiter/in
Laufzeit:
07.01.2019-06.09.2021
Programm:
Einzelprojekte
Art der Forschung
Grundlagenforschung
Mitarbeiter/innen
Beteiligte BOKU-Organisationseinheiten
Institut für Ökologischen Landbau
Gefördert durch
Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) , Sensengasse 1, 1090 Wien, Österreich
Abstract
Partizipative Garantiesysteme (PGS): Fakten und Fiktion zum Konzept der Partizipation
Der Begriff Partizipative Garantiesysteme (PGS) ist ein neues Konzept, das die Einhaltung der Anforderungen an die Qualität von Lebensmitteln aus biologischer Landwirtschaft für lokale Märkte sicherstellen soll, wobei auf die aktive Partizipation einer breiten Basis lokaler, über die gesamte Wertschöpfungskette beteiligter Akteure, Wert gelegt wird. BefürworterInnen von PGS nehmen an, dass diese Form der Garantiesicherung kostengünstiger, unbürokratischer oder geeigneter ist regionale Entwicklung zu fördern. PGS werden von ihren VertreterInnen als effektivere & effizientere Alternative zur aktuell gesetzlich verankerten Produktzertifizierung durch akkreditierte unabhängige Biokontrollstellen dargestellt. PGS sind ein junges Forschungsgebiet und viele Phänomene welche mit PGS in Zusammenhang stehen, oder ein zentraler Bestandteil von PGS sind, wurden bisher nicht untersucht.
In diesem Projekt soll untersucht werden wie Partizipation im PGS von PGS-Mitgliedern wahrgenommen wird, warum diese partizipieren oder nicht partizipieren und welchen daraus resultierenden Nutzen bzw. welche Kosten Akteure wahrnehmen. Zudem soll Partizipation im PGS von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus beschrieben und analysiert sowie die Auswirkungen von Partizipation oder Nicht-Partizipation auf den behaupteten Nutzen von PGS (z.B. Förderung des Vertrauens in Produkte) untersucht werden. Die Einbettung von Partizipation im PGS in einen breiteren Kontext jener Aktivitäten welche nicht mit dem PGS in Zusammenhang stehen jedoch mit PGS-Aktivitäten um Zeitressourcen von PGS-Mitgliedern konkurrieren und in den jeweiligen politisch, institutionellen und strukturellen Kontext, soll es erlauben Faktoren zu identifizieren welche Partizipation im PGS erschweren oder fördern.
Zu diesem Zweck werden qualitative Interviews, Befragungen, teilnehmende und nicht-teilnehmende Beobachtung und Fokusgruppen als Datenerhebungsmethoden in je zwei PGS-Initiativen in Argentinien, Uruguay, Paraguay, Chile, Bolivien und Ecuador eingesetzt.
Die Ergebnisse des Projektes werden relevant sein, da PGS in der wissenschaftlichen Literatur bisher kaum Erwähnung finden. Obwohl Partizipation ein Schlüsselelement von PGS ist, wurde Partizipation bisher nicht auf breiterer Basis untersucht. Projektergebnisse sollen das Verständnis von Partizipation in PGS verbessern. Das Thema ist auch außerhalb des PGS-Kontexts von großer Relevanz, da das Konzept der Partizipation in einem breiten Spektrum sozialer Prozesse wichtig ist. Durch die Untersuchung von PGS sind daher zusätzliche Erkenntnisse im Bereich der ländlichen Entwicklung jenseits der Biozertifizierung zu erwarten.
Schlagworte
Ökologischer Landbau; Agrarökologie; Agrarökologie; Agrarökonomie; Agrarpolitik; Nachhaltige Landwirtschaft; Agrarsoziologie;
Biologische Landwirtschaft; Partizipatipon; Qualitätsmanagment; Richtlinien; Zertifizierung;
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