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Einflüsse der Jagd mit Nachtsichtzielgeräten und Schalldämpfern auf das Raum-Zeit-Verhalten bei Schwarzwild

Projektleitung
Hackländer Klaus, Projektleiter/in
Laufzeit:
01.10.2018-31.12.2022
Programm:
BRIDGE 1
Art der Forschung
Angewandte Forschung
Projektpartner*innen
ÖBf Forstbetrieb Nationalparkbetrieb Donau-Auen, Schloss Eckartsau , 2305 Eckartsau, Österreich.
Kontaktperson: DI Gerald Oitzinger;
Funktion des Projektpartners: Partner
Mitarbeiter*innen
Daim Andreas, Sub-Projektleiter/in
Beteiligte BOKU-Organisationseinheiten
Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft
Gefördert durch
FFG - Forschungsförderungsgesellschaft, Sensengasse 1, 1090 Wien, Österreich
Abstract
Seit Jahrzehnten ist in Mitteleuropa eine starke Bestandeszunahme von Schwarzwild (Sus scrofa) zu beobachten. Diese führt zu ernsten ökonomischen und ökologischen Problemen wie Wildschäden, Seuchengefahr (KSP/ASP), Verkehrsunfälle und Gefährdungen anderer Wildarten. Eine intensivere Bejagung ist notwendig. Dazu wurde der Einsatz neuer jagdlicher Techniken wie Nachtsichtzielgeräte (NSZG) oder Schalldämpfer (SD) auf technische Tauglichkeit untersucht (Neitzel 2013; Hahn 2014; Schatz 2014). Es ist jedoch noch völlig unklar, wie das Schwarzwild auf diese Jagdtechniken reagieren wird und ob damit eine Bestandesregulierung von Schwarzwild möglich ist.

Ziel dieser, auf diesem Gebiet bisher einzigartigen Studie ist die Untersuchung des Raum-Zeit-Verhaltens des mit NSZG und SD bejagten sehr anpassungsfähigen Schwarzwildes. Das Verhalten der Tiere wird bei verschiedenen Jagdarten und des damit einhergehenden unterschiedlichen Jagddrucks analysiert.

Zur Erreichung dieses Ziels wird das Raum-Zeit-Verhalten von Schwarzwild in Gebieten mit vier Szenarien unterschiedlicher Jagdstrategien verglichen: Szenario I: Konventionelle Bejagung ohne Einsatz von NSZG und SD; Szenario II: Experimentelle Bejagung unter Verwendung von NSZG; Szenario III: Experimentelle Bejagung unter Verwendung von SD. In einem vierten Kontrollgebiet wird die Raum-Zeit-Nutzung von Schwarzwild ohne Bejagung (Szenario IV) analysiert.

Projektgebiet ist der 9.300 ha große ÖBf Nationalparkbetrieb Donau-Auen. Ganze Rotten werden mit einer neuen innovativen Net-Up Falle zum möglichst praktikablen und tierschutzgerechten Fang eingefangen. Die Tiere werden mit einer neuen vielversprechenden und kostengünstigen Telemetrietechnik (RSSI; Orion-Netzwerk) mit aktiven RFID Ohrmarken über einen Zeitraum von 3 Jahren beobachtet. Von den Jägern geführte Jagdprotokolle dokumentieren zusätzlich Daten über Jagddruck, das Verhalten der Tiere, Nachthelligkeiten und den Jagderfolg der verschiedenen Jagdtechniken.

Auf Basis aller Ergebnisse werden Bejagungsstrategien für ein effizientes und tierschutzgerechtes Schwarzwildmanagement entwickelt.
Schlagworte
Verhaltensbiologie; Wildtiermanagement;
Fallenfang; Jagd; Nachtsichtzielgerät; Raum-Zeit Verhalten; Schalldämpfer; Wildschein;
Publikationen

Daim, A; (2021): Einflüsse der Nachtsichtbejagung auf das Schwarzwild: Projekt im Nationalpark Donau-Auen (Österreich).
[Schwarzwildtagung der Wildforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg 2021, Online, 19.10.2021]

In: Landwirtschaftliches Zentrum für Rinderhaltung, Grünlandwirtschaft, Milchwirtschaft, Wild und Fischerei Baden-Württemberg, Wildforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg (Hrsg.) , Schwarzwildtagung Band 14, Online verfügbar unter www.lazbw.de

Daim, A; Hackländer, K; (2020): Einflüsse der Jagd mit Nachtsichtzielgeräten und Schalldämpfern auf das Raum-Zeit-Verhalten bei Schwarzwild - 2. Zwischenbericht .

FFG

Daim, A; Hackländer, K (2019): Einflüsse der Jagd mit Nachtsichtzielgeräten und Schalldämpfern auf das Raum-Zeit-Verhalten bei Schwarzwild - 1. Zwischenbericht.

FFG, 14

Vorträge

Daim (2020): Wildtiermanagement (Schwarzwild) im Nationalpark Donauauen und Vorstellung des Besenderungs-Projektes Schwarzwild.

Fort- und Weiterbildung für NP Ranger , Feb 27, 2020, NP Haus Lobau, Wien, Austria

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