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Auswirkungen von Klimawandel auf Alpine Seen: Management von Ökosystemdienstleistungen (CLAIMES)

Projektleitung
Schulz Karsten, Projektleiter/in
Laufzeit:
01.07.2019-30.06.2022
Programm:
Earth System Sciences (ESS)
Art der Forschung
Grundlagenforschung
Projektpartner
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Österreich.
Kontaktperson: Rainer Kurmayer;
Funktion des Projektpartners: Koordinator
Mitarbeiter/innen
Beteiligte BOKU-Organisationseinheiten
Institut für Hydrologie und Wasserwirtschaft
Gefördert durch
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Dr. Ignaz- Seipel Platz, 1010 Wien, Österreich
Abstract
Veränderungen bezüglich der Limnologie dieser Seen beobachtet werden, ist es von großer Bedeutung zu wissen, welche Folgen die Veränderung der ökologischen Funktion bei einer vermutlich regional zunehmenden Nutzung hat. Die ökologischen Funktione wiederum sind eng an die Ökosystemleistungen (ÖSL) geknüpft, die sehr wahrscheinlich im Lichte des Klimawandels sowohl in naher als auch in fernerer Zukunft gegeneinander abgewogen werden müssen und daher bald eines Managements bedürfen. Diese Studie vergleicht eine größere Zahl von Gebirgsseen sowohl im nördlichen als auch im südlichen Teil der Alpen, die schon seit geraumer Zeit beobachtet werden.
Im ersten Schritt soll die Reaktion der Seen auf den Klimawandel innerhalb der letzten 20 Jahre analysiert werden. Die Rekonstruktion der Oberflächentemperatur soll helfen, eine lückenlose Übersicht der Temperaturentwicklung zu erstellen, die durch 20 Jahre alte und rezente Messungen validiert wird. Die Planktonorganismen (Bakterien + Algen) und Fische werden durch moderne DNA-basierte Metabarcoding-Verfahren detektiert. Indikatororganismen, die vor 20 Jahren zum ersten Mal erhoben wurden sollen wiederholt erfasst werden und über die Resistenz von Seen im Zuge des Klimawandels Auskunft geben.
Im zweiten Schritt sollen die verschiedenen ÖSL für verschiedene See-Typen quantitativ erfasst werden. Die Typisierung von Seen soll sich dabei an die UN-Kriterien für eine nachhaltige Entwicklung anlehnen, wie der Verfügbarkeit von Wasser, der Nutzungsintensität oder der klimatisch bedingten Empfindlichkeit. Bereitstellende und regulierende ÖSL (Wasserversorgung, Wasserregulierung) werden mithilfe statistischer Daten, limnologischer Messdaten sowie komplexer Modellierungen quantifiziert, während kulturelle ÖSL mittels Geotagging oder Befragungen erfasst werden. Sozioökonomische Daten reflektieren Almwirtschaft, Fischerei, Tourismus, usw. Validierte Temperaturmodelle sollen letztlich Auskunft darüber geben, inwieweit die zu erwartenden Störungen die ÖSL unter zwei IPCC Klimaszenarien beeinträchtigen, zum einen dem „Business as usual“ Szenario und zum anderen dem UN Klimakonferenz COP21 Ziel in Paris, das die globale Temperatur nicht über 2°C ansteigen lässt.
Im dritten Schritt soll die gegenwärtige Nutzung mit Hilfe einer sog. multikriteriellen Entscheidungsanalyse (MCDA) vergleichend erfasst und bewertet werden. Dazu müssen (i) die relevanten ÖSL bestimmt werden, (ii) die ÖSL mithilfe von Befragungen paarweise gegeneinander abgewogen werden, (iii) Indikatoren für die relevanten ÖSL definiert werden, (iv) und die MCDA schließlich durchgeführt werden. Schließlich sollen die ÖSL unter den genannten Klimaszenarien vergleichend bewertet werden. Zuletzt sollen Vorschläge zu umweltpolitischen Instrumenten erarbeitet und präsentiert werden, die eine politische Intervention mit dem Ziel zur nachhaltigen Nutzung ermöglichen.
Schlagworte
Klimawandel; Hydrologie; Wassergüte; Wasserressourcen; Geoökologie;
Klimawandel; Seetemperaturen;
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