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Herausforderungen sozial-ökologischer Transformationen Institutionelle Dimensionen der langfristigen und globalen Ressourcennutzung

Projektleitung
Görg Christoph, Projektleiter/in
Laufzeit:
01.09.2020-31.08.2023
Programm:
Einzelprojekte
Art der Forschung
Grundlagenforschung
Mitarbeiter/innen
Beteiligte BOKU-Organisationseinheiten
Institut für Soziale Ökologie (SEC)
Gefördert durch
Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) , Sensengasse 1, 1090 Wien, Österreich
Abstract
Das Forschungsprojekt analysiert die globale Ressourcennutzungsdynamik als Herausforderung für sozial-ökologische Transformationen. Es befasst sich mit institutionellen Dimensionen der langfristigen und globalen Ressourcennutzungsdynamik, um die Treiber und die Auswirkungen des exponentiellen globalen Ressourcenwachstums zu identifizieren, das als große Beschleunigung bezeichnet wird. Ihr Hauptziel ist es, die derzeitige Unhaltbarkeit auf globaler und nationaler Ebene zu erfassen, um die gesellschaftlichen und biophysikalischen Herausforderungen von Transformationen in Richtung Nachhaltigkeit besser zu verstehen. Das Projekt wird (1) einen integrativen konzeptuellen Rahmen entwickeln, der auf sozio-metabolischer Forschung und Regulationstheorie basiert; (2) Klassifizierung typischer Muster der globalen Ressourcennutzungsdynamik und Verknüpfung mit historischen Entwicklungen und institutionellen Bedingungen; (3) die USA und China als zwei Fälle untersuchen, die für die große Ressourcenbeschleunigung nach dem Zweiten Weltkrieg und nach den 2000er Jahren relevant sind, wobei letztere hauptsächlich in Asien / China stattfindet; (4) Ermittlung alternativer Transformationspfade durch Bewertung von Barrieren und Optionen, Einschränkungen und Hebelpunkten für alternative Ressourcenverläufe.
Methodisch kombinieren wir die aus sozialökologischer Sicht analysierten biophysikalischen Dimensionen der Ressourcennutzung, insbesondere mit dem Instrument der volkswirtschaftlichen Materialflussrechnung (ew-MEFA), mit einer für die Analyse bestimmter historischer Phasen geeigneten Regulationstheorie und räumliche Unterschiede des zeitgenössischen Kapitalismus. Dabei bauen wir auf einer quantitativen Analyse der biophysikalischen Dimensionen der globalen und nationalen Ressourcennutzung auf und verknüpfen sie mit einer institutionellen Erklärungsstrategie. Aufbauend auf quantitativen und qualitativen Methoden wird ew-MEFA mit sozialwissenschaftlichen Theorien kombiniert, um den konkreten wirtschaftlichen, technischen, politischen und kulturellen Bedingungen besser gerecht zu werden. Diese Bedingungen sind in institutionellen Konstellationen verankert und ermöglichen eine räumliche und zeitliche Erklärung der unterschiedlichen Muster und Verläufe der Ressourcennutzungsdynamik sowie eine Bewertung der Möglichkeiten, in Transformationspfade einzugreifen oder diese zu formen. Anhand von Dokumentenanalysen und Experteninterviews werden wir zwei weitere Fälle untersuchen, nämlich die in den USA und in China, um die beiden Hauptphasen der Ressourcenbeschleunigung und ihre gesellschaftlichen Ursachen besser zu verstehen. Die Kombination von ew-MEFA und Regulationstheorie ist sehr innovativ, da das Projekt zu einem besseren Verständnis der globalen Dynamik der Ressourcennutzung im Besonderen und der sozial-ökologischen Transformationen im Allgemeinen beitragen wird.
Das Projekt befindet sich am Institut für Sozialökologie der Universität für Bodenkultur Wien. Das interdisziplinäre Forschungsteam unter der Leitung von Christoph Görg, Professor am Institut, setzt sich aus Spezialisten zusammen, die sich fachlich und methodisch ergänzen.
Schlagworte
Umweltschutz; Politische Ökonomie; Umweltsoziologie;
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