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Bewertung der barrierefreien Berollbarkeit von Straßenbelägen in Wien

Projektleitung
Pfaffenbichler Paul Christian, Projektleiter/in
Laufzeit:
01.05.2021-31.12.2021
Programm:
Stadt Wien - Beauftragung
Art der Forschung
Grundlagenforschung
Mitarbeiter*innen
Hartwig Lukas, Projektmitarbeiter/in
Batiajew Valerie, Projektmitarbeiter/in
Beteiligte BOKU-Organisationseinheiten
Institut für Verkehrswesen
Gefördert durch
Stadt Wien, Österreich
Abstract
Sind aus der Perspektive der Versickerung große Fugenbreiten erwünscht, so sind diese aus Sicht des Gehkomforts und der Barrierefreiheit unerwünscht (Grimm 2018). Im Zuge einer am Institut für Verkehrswesen verfassten Masterarbeit wurde das Thema Barrierefreiheit von Straßenoberflächen im Sinne einer guten Berollbarkeit mit Rollstühlen untersucht (Aigner 2020). Dafür wurde eine neue Messmethode entwickelt und getestet. Die Grundhypothese der Methode ist, dass zwischen der objektiv messbaren physikalischen Größe der Beschleunigung und des daraus abgeleiteten Rucks einerseits und dem subjektiven Empfinden von Rollstuhlnutzer*innen andererseits eine Korrelation besteht. Zwecks Überprüfung der Hypothese wurde ein Rollstuhl mit einem Mobiltelephon als Beschleunigungsmesser ausgestattet. Mit dem derart ausgestatteten Rollstuhl wurden 14 unterschiedliche, in der Wiener Innenstadt vorkommende Straßenoberflächen befahren und dabei die Beschleunigungen gemessen wurden. Elf Personen, welche im Alltag auf einen Rollstuhl angewiesen sind, befuhren neun dieser Flächen und bewerteten deren Barrierefreiheit. Trotz der relativ kleinen Stichprobe kann davon ausgegangen werden, dass die vermutete Korrelation zwischen physikalischen Messgrößen und subjektivem Empfinden besteht. Die Befahrung mit Beschleunigungsmessung ist demnach eine geeignete Methode zur Bewertung der barrierefreien Berollbarkeit von Oberflächen im öffentlichen Raum.
Die vorgeschlagene Studie verfolgt mehrere Zielsetzungen. Als erstes soll die in (Aigner 2020) entwickelte Testmethode vertiefend validiert und hinsichtlich ihrer Einsatzmöglichkeiten in der Praxis überprüft werden (AP1, AP3). Unter anderem soll dabei der in (Aigner 2020) weitgehend ausgeklammerte Einfluss des Rollstuhltyps und der Lenkräder untersucht werden. Darauf aufbauend soll mit Hilfe umfangreicher Messfahrten (AP2) ein Kriterium für die barrierefreie Berollbarkeit in Abhängigkeit von Fugenbreite, Plattengröße und ebenheit abgeleitet werden. Abschließend werden in Wien übliche Pflasterbeläge mit Hilfe dieses Kriteriums hinsichtlich Versickerung und barrierefreier Berollbarkeit bewertet (AP4).
Schlagworte
Straßenbau (201121); Fahrzeugtechnik; Public Health; Sozialmedizin;
Barrierefreiheit; Berollbarkeit; Beschleunigungsmessung; Bewertung; Straßenbelag;
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