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Erhebungen und Analysen zum Sedimenthaushalt an der Lainsitz und Entwicklung eines nachhaltigen Sedimentmanagements

Projektleitung
Hauer Christoph, Projektleiter/in
Laufzeit:
01.07.2021-31.08.2022
Programm:
Amt der Niederösterreichischen Landesregierung - Beauftragung
Art der Forschung
Angewandte Forschung
Mitarbeiter*innen
Beteiligte BOKU-Organisationseinheiten
Institut für Wasserbau, Hydraulik und Fließgewässerforschung
Gefördert durch
Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Landhausplatz 1, A-3109 St. Pölten, Österreich
Abstract
Die Lainsitz kennzeichnet sich durch eine stark veränderte Charakteristik hinsichtlich Sedimenthaushalt, wie sie in den Gewässern der Region des Mühl- und Waldviertels typisch ist. Die sogenannte Versandung (Korngrößen 1 – 10 mm) stellt eine besondere Herausforderung dar (z.B. erhöhtes Gefährdungs- und Schadenspotenzial im Hochwasserfall durch verringerte Abfuhrkapazität, Verlust von Habitaten durch Sandakkumulationen), hinzu kommen die Probleme durch vermehrte Feinsedimenteinträge (Korngrößen <2mm), die die Sohle kolmatieren und als Träger von Nähr- und Spurenstoffen die Wasserqualität beeinflussen.
In der Lainsitz müssen regelmäßig Nassbaggerungen durchgeführt werden, die mit einem hohen finanziellen Aufwand und negativen Folgen für die Ökologie durch die hervorgerufene Trübung verbunden sind. Bisher konnten keine Maßnahmen umgesetzt werden, die zu einer dauerhaften und nachhaltigen Verbesserung der Situation geführt hätten. Von einer langfristig verbesserten Sedimentqualität würde insbesondere die vom Aussterben bedrohte Flussperlmuschel (M. margaritifera) profitieren, von der es in der Lainsitz noch Restbestände gibt.
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse und die Kombination von wirkungsvollen, integrativen Maßnahmen, die in diesem Projekt erarbeitet werden, sollen den komplexen Prozessen im Einzugsgebiet Rechnung tragen und gleichzeitig den Anforderungen der Gesetzgebung gerecht werden. Mit den neu gewonnen Informationen und aufbauend auf den Erkenntnissen aus vorangegangenen Studien, wird ein Sedimentmanagementkonzept inklusive Übersichts- und Detailkarten zu verschiedenen projektrelevanten Themenbereichen und konkreten Maßnahmenvorschlägen erarbeitet. Die dafür vorgesehenen Arbeitsschritte sind (i) die Kartierung von grundlegenden gewässerspezifischen Parametern, (ii) die Analyse volumetrischer Sedimentproben der Deck- und Unterschicht, (iii) die Erstellung von hydrodynamisch-numerischen Modellen (1D und 2D) und (iv) die Analyse des Einzugsgebiets mit GIS-basierten Methoden.
Die Projektergebnisse bieten eine fundierte Datengrundlage, die bei zukünftigen Planungen eine Entscheidungshilfe darstellt, um Fehlplanungen zu vermeiden und Maßnahmen im Gewässer und im Einzugsgebiet gezielt und nachhaltig planen zu können.
Schlagworte
Sedimentologie; Hydrologie; Hydrobiologie; Wasserbau;
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