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Entwicklung eines Leitfadens zur Erhebung von Aufkommen und Zusammensetzung gelitterter und über öffentlicher Abfallbehälter erfasster Abfälle in Österreich

Projektleitung
Beigl Peter, Projektleiter/in
Laufzeit:
01.12.2021-31.10.2022
Programm:
BMK - Beauftragung
Art der Forschung
Angewandte Forschung
Mitarbeiter*innen
Beteiligte BOKU-Organisationseinheiten
Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft
Gefördert durch
Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, Österreich
Abstract
Die europäische SUP bzw. "Single Use Plastics(Einwegkunststoff)"-Richtlinie (RL 2019/904/EU) zielt darauf ab die Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt, insbesondere die Meeresumwelt, und die menschliche Gesundheit zu vermeiden und zu vermindern. Neben Verbrauchsminderung, Beschränkung des Inverkehrbringens, spezifischen Produktanforderungen und Kennzeichnungsvorschriften soll über dieses Ziel über eine erweiterte Herstellerverantwortung erreicht werden. Laut Art. 8 SUP-RL sollen in Zukunft die Hersteller der in Anhang Teil E spezifizierten Produkte die Kosten der Sammlung in öffentlichen Sammelsystemen, von Reinigungsaktionen und von Sensibilisierungsmaßnahmen im Rahmen der Produzentenverantwortlichkeit tragen. Diesbezüglich ist ein bundesweites Berichterstattungssystem einzurichten, wobei für Tabakprodukte eine jährliche Berichtspflicht lt. Art. 13 SUP-RL, besteht. Für die Sammlung in öffentlichen Behältern (z.B. öffentliche Abfallbehälter für Restmüll sowie für Zigarettenstummel auf öffentlichen Straßen und Wegen, bei Stationen von öffentlichen Verkehrsmitteln, Parkplätzen, Parks, Naturreservaten, Nationalparks und Naherholungsgebiete) und bei Reinigungsaktionen (von oder im Auftrag von Behörden durchgeführt, z.B. mittels maschineller oder händischer Straßenkehrung und Flurreinigungsaktionen) sind Erhebungen und Analysen durchzuführen, die es erlauben sollen, die Kostenanteile von relevanten und sonstigen Litteringabfällen zu bestimmen.
Bisherige Litteringanalysen in Österreich wurden (u.a. mangels bestehender Methoden und Standards) mit unterschiedlichen Zielsetzungen (z.B. fokussierte Litteringabfälle), unterschiedlichen Systemgrenzen (z.B. Hotspots vs. flächendeckende Erhebungen, einmalige vs. wiederholte Analysen) und unterschiedlicher Sortiertiefe inkl. Merkmalen (z.B. Marken der Hersteller) durchgeführt. Die Aussagekraft und der mögliche Beitrag solcher Analysen für eine Übertragung auf das bundesweite Aufkommen und dessen Zusammensetzung ist daher systematisch zu hinterfragen und im Idealfall anhand eines transparenten und nachvollziehbaren Bewertungsschemas zu beurteilen.

Das Kernziel des Vorhabens ist die Entwicklung eines Analyseleitfadens für (im Sinne von Art. 8 SUP-RL) in öffentlichen Sammelsystemen entsorgte sowie gelitterte Abfälle, der auf Basis des Verhältnisses von Analyseaufwand und erzielbarer Genauigkeit effiziente, transparente und vergleichbare Erhebungen ermöglicht und den Ablauf der gesamten Untersuchung (inkl. Festlegung des Untersuchungsziels, Unterteilung und Schichtung der Grundgesamtheit, Planung und Durchführung von Analysen, Vorgaben für Sortierung und Dokumentation) konzise und klar darstellt.
Schlagworte
Schadstoffemission; Abfallvermeidung;
Leitfaden; Littering; Littering-Aufkommen; Littering-Zusammensetzung;
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