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INTERLAND - Innovative Technologien und Monitoringmethoden zur Sanierung von Altlasten und kontaminierten Böden (Projektteil IFA-Tulln)

Projektleitung
Loibner Andreas Paul, Projektleiter/in
Laufzeit:
01.10.2002-31.12.2005
Art der Forschung
Angewandte Forschung
Projektpartner
ARC Seibersdorf research GmbH, Biogenetics - Natural Resources, Abteilung Umweltforschung, A-2444 Seibersdorf, Österreich.
Funktion des Projektpartners: Koordinator

Weitere Informationen: http://www.ifa-tulln.ac.at

Mitarbeiter/innen
Fritz Ines, Sub-Projektleiter/in
Luschützky Evita, Projektmitarbeiter/in (bis 30.06.2005)
Ehlers Clark, Projektmitarbeiter/in (bis 31.12.2006)
Brenner Georg, Projektmitarbeiter/in (bis 11.09.2005)
Bauer Lukas, Projektmitarbeiter/in (bis 17.09.2004)
Ommerborn Nina, Projektmitarbeiter/in (bis 31.10.2004)
Todorovic Dragana, Projektmitarbeiter/in
Aichberger Hildegard, Projektmitarbeiter/in (bis 11.03.2005)
Beteiligte BOKU-Organisationseinheiten
Institut für Abfallwirtschaft
Institut für Bodenforschung
Institut für Umweltbiotechnologie
Gefördert durch
Kommunalkredit Austria AG, Türkenstraße 9, 1092 Wien, Österreich
Abstract
Als Projektpartner des Projektes INTERLAND koordiniert die Abteilung Umweltbiotechnologie des Dep. Interuniversitäres Forschungsinstitut für Agrarbiotechnologie in Tulln (IFA-Tulln) Projektpaket 4 und ist an den Projektpaketen 1 und 2 beteiligt.

Projektpakete 1 und 2: Altablagerungen (Johann Fritz)
Im Rahmen des Querschnittthemas "alternatives Monitoring" sollen mehrere Ökotoxikologische Untersuchungen an Abfallproben durchgeführt werden, mit dem Ziel, die Eignung der daraus erhaltenen Aussagen und Ergebnisse zur Beschreibung der Stoffgefährlichkeit des abgelagerten Materials zu überprüfen. Terrestrische und aquatische Biotests kommen hierfür gleichermaßen zum Einsatz. Untersucht werden Feststoffproben sowie daraus hergestellte wäßrige Eluate (DIN S4) und weiters Sickerwasserproben, soweit verfügbar.
Aus ursprünglich sieben genannten Tests sollen im Zuge der Projektdurchführung letztlich die drei am besten geeignetsten selektiert und in Folge auch validiert werden. Insbesondere der Einfluß des hohen Salzgehaltes auf die Testorganismen, wie er aus reaktivem Abfall zu erwarten ist, muß systematisch untersucht werden. Pflanzen und Algen werden weiters auch von Inhaltsstoffen mit Düngewirkung (Stickstoff, Phosphor, Kalium etc.) deutlich beeinflußt, wodurch allfällige Hemmwirkungen aus Schadstoffen wiederum maskiert werden könnten. Die Formulierung einer Arbeitsvorschrift, welche Maßnahmen zur Umgehung dieser Störungen beinhaltet, ist daher als eines der wichtigsten Projektziele anzusehen. Das Arbeitsprogramm umfasst Zustandserhebungen sowie Kontrollanalysen im Zuge der Durchführung von Abdeck- und Reaktorversuchen.

Projektpaket 4: Altstandorte-Organische Kontaminationen (Andreas P. Loibner)
Biotechnologische Verfahren eignen sich besonders zur in-situ Sanierung von kontaminierten Standorten, da Schadstoffe durch bereits im Boden vorhandene Mikroorganismen zu ungiftigen Produkten umwandelt werden.
Die Kenntnis des Verhaltens von organischen Schadstoffen im Boden (Mobilität, Bioverfügbarkeit, mikrobiologische Umwandlungsprozesse) ist die Voraussetzung für eine Beurteilung von Altlasten hinsichtlich der von ihnen ausgehenden Gefährdung und, in weiterer Folge, der Auswahl von geeigneten Sanierungsverfahren. Bodenzusammensetzung sowie Art und Ausmaß der Kontamination bestimmen das Schadstoffverhalten im Boden und bilden durch geringe Durchlässigkeit, mangelnde Bioverfügbarkeit, sowie Persistenz und Toxizität die Grenzen einer erfolgreichen Sanierung. Eine zuverlässige und umfassende Beurteilung des Einflusses von Bodenkomponenten und Schadstofffraktionen auf die Sanierbarkeit einer Altlast ist zurzeit nicht möglich und soll deshalb in diesem Projektpaket ausführlich untersucht werden. Die praxisgerechte Abbauleistung der biotechnologischen Verfahren soll unter in-situ Bedingungen überprüft werden. Durch ein übergeordnetes Monitoring-Programm zur Überwachung des Toxizitätsverlaufes soll, über die Abnahme der Ausgangsschadstoffe hinaus, eine tatsächliche Reduktion der Gefährdung nachgewiesen werden.
Im Rahmen dieses Projektpaketes sollen für Behörden und Förderungsgeber Richtlinien für die Bewertung von bevorstehenden Sanierungsmaßnahmen, sowie zur Überwachung und Erfolgskontrolle von laufenden Sanierungen erarbeitet werden. Dadurch wird ein sinnvoller und effizienter Einsatz von Sanierungsmitteln ermöglicht. Die daraus resultierende Reduktion von Sanierungskosten erlaubt einen breiten Einsatz der Verfahren, wodurch sich ein erweiterter Schutz von menschlicher Gesundheit und Umwelt ergibt.
Schlagworte
Altablagerungen; Altstandorte; biotechnologische Verfahren; in-situ Sanierung; Monitoring; Ökotoxikologie; organische Kontaminationen; Richtlinien;
Publikationen

Fritz J.I., Haindl S., Luschützky E., Pruckner M., Braun R. (2007): Application of Biotests for Risk Assessment of Old Deposits in Austria.
[17th SETAC-Europe annual meeting, Porto, 20.-24. 5. 2007]

In: SETAC-Europe, Multiple Stressors for the Environment and Human Health, Abstracts on CD-Rom, 17th SETAC-Europe annual meeting, 20.-24. 5. 2007, Porto FullText

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