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Die Rückführung organischer Marktabfälle in die peri-urbane Landwirtschaft - Auswirkungen auf die Bodenfunktion in Guinea, Westafrika

Projektleitung
Salhofer Stefan Petrus, Projektleiter/in
Laufzeit:
14.04.2005-31.10.2006
Art der Forschung
Angewandte Forschung
Projektpartner*innen
Ministère de l'Agriculture, des Eaux et Forets, Institut de Recherche Agronomique de Guinée, Service National des Sols (SNS), 576- Conakry, Guinea.
Kontaktperson: Dr. Momo Soumah;
Funktion des Projektpartners: Partner
Mitarbeiter*innen
Mentler Axel, Projektmitarbeiter/in
Ramusch Roland, Projektmitarbeiter/in (bis 07.03.2019)
Beteiligte BOKU-Organisationseinheiten
Institut für Abfall- und Kreislaufwirtschaft
Institut für Bodenforschung
Gefördert durch
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Dr. Ignaz- Seipel Platz, 1010 Wien, Österreich
Abstract
In Guinea, einem der unterentwickeltsten Länder in der Welt, sind mehr als 34 % der Bevölkerung unterernährt. Nachdem in der Hauptstadt Conakry alle Indikatoren einer unkontrolliert schnellwachsenden Stadt zu finden sind, wird die Lebensmittelversorgung der Stadt immer wichtiger. Guinea ist stark abhängig von Lebensmittelimporten und 68 % der Lebensmittelproduzenten im städtischen Bereich sind wegen der ineffizienten und unstrukturierten landwirtschaftlichen Produktion von Armut betroffen. Die guineische Landwirtschaft besteht hauptsächlich aus Familienbetrieben mit geringer Produktivität. Düngemittel sind in den meisten Fällen unerschwinglich. Das Hauptziel des Projektes ist die Rückführung organischer Abfälle aus dem städtischen Bereich über Kompostierung in die landwirtschaftlichen Produktionssysteme. Ziel des Projektes ist eine Verbesserung der Sicherung der Nahrungsmittel auf den lokalen Märkten und eine Verbesserung der Einkommensstruktur repräsentativer Gruppen von Nahrungsmittelproduzenten im urbanen und ruralen Bereich.
Die praktische Anwendung von Kompost wird an zwei Zielgruppen und an zwei charakteristischen Bodentypen demonstriert: Die erste Zielgruppe ist eine Fraukooperative des Landwirtschaftsministeriums in Conakry. Diese Gruppe bearbeitet eine landwirtschaftliche Fläche von 3 Hektars im Stadtteil Sonfonia, innerhalb des Stadtbereiches (Schwemmlandböden, Mangroveregion). Die zweite Zielgruppe ist eine landwirtschaftliche Produktionsgemeinschaft in Kouria; ein Dorf 60 Kilometern von Conakry entfernt (ferralithische Böden).

Eine Zusammenarbeit zwischen dem nationalen Bodenforschungs- und Beratungszentrum "SENASOL" in Conakry, Guinea und der Universität für Bodenkultur Wien, Österreich liefert folgende Resultate :

- Aufbau einer Abteilung für Kompostierung in SENASOL/Conakry
- Aufbau und Betrieb einer kleinen Kompostieranlage im städtischen Bereich von Conakry
- Logistik der Verwendung von organischen Abfällen
- Errichtung von Demonstrationsflächen und landwirtschaftlichen Versuchsflächen in Conakry und in Coyah für Ausbildungs- und Forschungszwecke
- Erweiterung der Bodendatenbank in SENASOL
- Handbuch für Kompostierung unter tropischen Bedingungen
- Vergrößerung der Klebeprofilsammlung an der Universität für Bodenkultur Wien (Mangroveböden und ferralithische Böden) und bei SENASOL in Conakry für Ausbildungszwecke
- Wissenschaftliche Publikationen zum Thema der organischen Substanz in tropischen Böden

Im vorgeschlagenen Projekt bestehen die Hauptaufgaben von SENASOL darin, die bodenbezogenen Daten zusammenzuführen und wechselseitig zu Implementieren, um sie Landwirten und landwirtschaftlichen Organisationen zugänglich zu machen. SENASOL übernimmt die Ausbildung und Beraten der Fraukooperative im Bezug auf Kompostierung und die Sammlung der organischen Abfälle vom Gemüsemarkt zur Erzeugung von organischen Düngemitteln und deren Anwendung auf Mangrovenböden, darüber hinaus wird eine Dorfproduktionsgemeinschaft in Coyah im ländlichen Raum von Coyah (Aktionsradius 10 km) über die Anwendung von Kompost auf ferralithische Böden beraten und unterrichtet.

Es soll ein Düngungskonzept entwickelt werden basierend auf den lokal verfügbaren organischen Düngemitteln. Der direkte Kontakt von SENASOL zu den repräsentativen Zielgruppen und die Vermittlung von Wissen und die Anwendung der gewonnenen Erfahrungen in der praktischen Landwirtschaft sind von entscheidendem Wert. Das Projekt baut auf Erfahrungen und Resultaten vorhergehender Projekte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und des OEAD auf.

Die Aufgaben der Universität für Bodenkultur Wien sind:

- Fachliche Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Sammlung der Marktabfälle, der Kompostierungsversuche und der Kompostanwendung
- Begleitende Analysen des Kompostmaterials und Qualitätskontrolle
- Wissenstransfer
Schlagworte
DEV-FORUM Partnerprojekt;
Publikationen

Linzner R., Binner E., Mentler A., Smidt E., Salhofer S.P., Soumah M. (2007): LPCC-Guinée: Recirculation of Local Organic Waste in Urban and Rural Agriculture - the Impact on Soil Functions in Guinea / West Africa.

Endbericht im Auftrag der Kommission für Entwicklungsfragen an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften FullText

Linzner R., Binner E., Mentler A., Smidt E., Soumah M. (2007): Decentralised Composting of Market Waste and Recirculation in Peri-urban Agriculture - A Case Study in Guinea (West Africa).
[11th International Waste Management and Landfill Symposium SARDINIA 2007, Cagliari, Italy, 01.10.2007 - 05.10.2007]

In: Cossu R., Diaz L.F., Stegmann R. (Eds.), Sardinia 2007 Eleventh International Waste Management and Landfill Symposium (1 - 5 October 2007, S. Margherita di Pula - Cagliari, Sardinien, Italien)., CD-Rom, Sardinia 2007 Eleventh International Waste Management and Landfill Symposium, 1 - 5 October 2007, S. Margherita di Pula - Cagliari, Sardinien

Vorträge

Linzner R., Binner E., Mentler A., Smidt E., Soumah M. (2007): Decentralised Composting of Market Waste and Recirculation in Peri-urban Agriculture - A Case Study in Guinea (West Africa).

Sardinia 2007 Eleventh International Waste Management and Landfill Symposium, 1 - 5 October 2007, S. Margherita di Pula - Cagliari, Sardinien

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