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Einfluss der Bewirtschaftung auf Pappelgesellschaften

Projektleitung
Van Loo Marcela, Projektleiter/in
Laufzeit:
01.11.2009-31.10.2012
Programm:
Hertha-Firnberg-Programm
Art der Forschung
Angewandte Forschung
Projektpartner*innen
Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW), Hauptstraße 7, 1140 Wien, Österreich.
Kontaktperson: Dr. Dipl.-Ing. Berthold Heinze;
Funktion des Projektpartners: Partner
Universität Freiburg, Av. Europe 20, 1700 Freiburg, Schweiz.
Kontaktperson: Ass.Prof. Ch. Lexer;
Funktion des Projektpartners: Partner
Universität Wien, Institut für Botanik, Wien, Österreich.
Kontaktperson: Ass.Prof.Dr. Luise Ehrendorfer-Schratt;
Funktion des Projektpartners: Partner
Mitarbeiter*innen
Hasenauer Hubert, Projektmitarbeiter/in
Beteiligte BOKU-Organisationseinheiten
Institut für Waldbau
Gefördert durch
Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) , Sensengasse 1, 1090 Wien, Österreich
Abstract
In der Natur sind Arten nicht isoliert sondern leben in Gemeinschaften, die mit der unbelebten Umwelt interagieren und ein Ökosystem bilden. Menschliche Aktivitäten wie z.B. die Einführung exotischer Arten, Flussbegradigungen oder Kahlschläge sind weit verbreitet und können die natürliche Zusammensetzung, Struktur, Funktion und damit auch die weitere Entwicklung beeinflussen.
Bäume sind „foundation species“ von Waldgesellschaften, welche die Struktur des Ökosystems bilden und stabile Bedingungen für andere Arten bieten. Bäume haben zwei verschiedene Reproduktionsstategien entwickelt – die sexuelle und die asexuelle Vermehrung – um menschlichen oder natürlichen Störungen zu widerstehen. Die asexuelle Vermehrung erlaubt die sichere Kolonisierung neuer Habitate sowie die rasche Regeneration nach Störungen. Die sexuelle
Vermehrung kompensiert den durch asexuelle Vermehrungen und natürliche Selektion bedingten Verlust an genetischer Diversität. Hybridisierung ist ein weiteres Phänomen, das die intraspezifische genetische Diversität erhöht. Die Plastizität der Vermehrungsstrategie, die Fähigkeit zur Hybridisierung sowie die engen Beziehungen zwischen den Arten innerhalb eines Ökosystems machen manche Baumarten hoch dynamisch.
Dieses Projekt konzentriert sich auf Populus alba L. und P. alba Gesellschaften im Donautal. Die folgenden Charakteristika machen diese Arten zu einem idealen Studienobjekt für die Interaktionen zwischen menschlicher Aktivität, Hybridisierung und Vermehrungsstrategie: (1) P. alba steht unter zweifachem Selektionsdruck durch den Fluß und den Menschen, (2) P. alba besitzt beide Vermehrungsstrategien, (3) P. alba ist diözisch, (4) P. alba hybridisiert leicht und der natürliche Hybrid P. x canescens lebt sympatrisch mit P. alba, (5) P. alba hat vorteilhafte genetische Charakteristika, und (6) im Donautal kommen sowohl bewirtschaftete als auch unbewirtschaftete P. alba Gesellschaften vor.
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es die Struktur und Zusammensetzung (Artenvielfalt und genetische Diversität von P. alba) von drei bewirtschafteten und drei unbewirtschafteten P. alba Gesellschaften zu untersuchen und nach Trends in der Zusammensetzung, der Struktur und der Diversität innerhalb dieser Gesellschaften zu suchen. Dies wird die Abschätzung des Zustandes von P. alba innerhalb der Gesellschaften und die Beurteilung des menschlichen Einflusses erlauben. Das zweite Ziel dieser Studie ist es, die Beziehung zwischen der genetischen Ausstattung von P. alba und P. x canescens und Umweltfaktoren zu untersuchen, um die ökologische Amplitude der beiden Arten abzuschätzen.
Wir glauben, dass eine detaillierte Untersuchung von P.alba von der Population bis hin zur Waldgesellschaft mittels molekularer und nicht molekularer Methoden wichtige Einblicke in die Populations- und Gesellschaftsdynamik bietet, im Besonderen in Hinblick auf den Zusammenhang zwischen Störungen (Bewirtschaftung) sowie der Hybridisierung und verschiedenen
Vermehrungsstrategien. Zusätzlich verfolgt diese Arbeit ein extrem wichtiges Thema der evolutionären Genetik: die Rolle der Hybridisierung bei der Besiedlung neuer Lebensräume.
Schlagworte
Forstökologie; Nachwachsende Rohstoffe;
Arten- und genetische Diversität; Geschlecht; Klonalität und Introgression; ökologische Amplituden; Pappel;
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