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Gewählte Dissertation:

Lorenz Probst (2012): Drivers and constraints of an innovation towards improved vegetable safety in urban West Africa (Benin, Ghana and Burkina Faso).
Dissertation - Institut für Ökologischer Landbau (IFÖL), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 123. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Steigende Nachfrage nach Gemüse hat zu einer Zunahme der Produktion im urbanen Westafrika geführt, während auch die Bedeutung der Außer-Haus-Verpflegung zugenommen hat. Aufgrund der riskanten Pestizidverwendung ist der Anbau in den Städten jedoch nicht nachhaltig. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer Innovation hin zu alternativen Anbaumethoden, welche BäuerInnen, KonsumentInnen und der Umwelt zugutekommen würde. Das Ziel der Arbeit war es, Faktoren zu benennen, welche zu einer solchen Innovation beitragen oder diese hemmen. Dafür wurden diese Faktoren auf Produktionsebene untersucht, das Potenzial erforscht, zertifiziertes Gemüse über die Außer-Haus-Verpflegung zu vermarkten und ein Lernprozess unter Stakeholdern etabliert. Die Arbeit positioniert sich in Konzepten landwirtschaftlicher Innovationssysteme. Es wurde festgestellt, dass die Verhaltensmuster von BäuerInnen beeinflusst werden durch: inhärente und verstärkende Faktoren, Mobilitätsfaktoren und Zugangsfaktoren. Das Bewusstsein bezüglich chemischer Kontamination in der Außer-Haus-Verpflegung war gering, die Kaufentscheidung beim Gemüsekauf wurde vom Aussehen beeinflusst, während KäuferInnen von Essen ökologischer Zertifizierung und Geschmack ähnlichen Nutzen zusprachen. Die Dissertation zieht den Schluss, dass die Veränderungskompetenz der BäuerInnen gestärkt werden muss. Möglichkeiten dazu sind: Fördern kollektiven Handelns, Investition in Bildung sowie Aufbau relevanten Kapitals, Einrichten von Multi-Stakeholder-Plattformen (MSPs) und die Förderung der Nachfrage nach „risikoreduzierten“ Produkten. Zukünftige Forschung sollte die Gemüseproduktion und Pestizidrückstände aufzeichnen, untersuchen ob MSPs kommunikative Rationalitäten schaffen können und analysieren wie MSPs auf Macht- und Wissensunterschiede einwirken beziehungsweise von diesen beeinflusst werden. Schließlich sollte geprüft werden, inwiefern kommunikative Rationalität im Besonderen zu Innovationen hin zu Nachhaltigkeit beitragen kann.

Betreuer: Vogl Christian R.
1. Berater: Hauser Michael
2. Berater: Haas Rainer

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