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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Ines Münchinger (2023): Trait-based assessment of thermal and drought tolerance of Central European tree species.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Botanik (BOT), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 47. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Der Klimawandel verstärkt klimatische Ereignisse wie extreme Hitze und gleichzeitige Trockenheit, was das Baumsterben beschleunigen kann. Diese Studie behandelt Hitze als physiologischen Stressfaktor und die interspezifische Variation thermischer Toleranz- und Empfindlichkeitsmerkmale bei Nadel- und Laubbaumarten der gemäßigten Zonen, sowie das Potenzial der Vogelkirsche (Prunus avium L.) als Klimawandelgehölz. Ziel ist es, die Korrelation zwischen thermischen und physiologischen Merkmalen im Zusammenhang mit Trockenheit zu untersuchen. Auch die Variabilität der thermischen Eigenschaften in verschiedenen funktionellen Baumgruppen, basierend auf morphologischen und physiologischen Blattmerkmalen, wird betrachtet. Die Studie wurde auf der Traunsteiner Waldfläche des ForestGEO-Netzwerks in Deutschland durchgeführt. Mit Hilfe der Temperaturreaktion des Photosystems II wurden physiologische Blatteigenschaften wie T5, T50, T95 und DWT50-T5 eroiert. Die Resultate zeigten eine große interspezifische Variation thermischer Toleranz und Empfindlichkeit. Die Europäische Esche (Fraxinus excelsior L.) erwies sich als besonders hitzeempfindlich, während die Wildkirsche die am wenigsten hitzeempfindliche Art war. Arten mit einem negativeren πtlp wiesen eine höhere Scheitelpunkttemperatur (T5) auf als Arten mit einem weniger negativen πtlp. Eine geringere Wärmeempfindlichkeit wurde bei Arten mit einer höheren Blattmasse pro Fläche (LMA) beobachtet, und ein hoher prozentualer Flächenverlust (PLA) wurde bei Arten mit geringer Wärmeempfindlichkeit festgestellt. Arten mit trockenheitsangepassten Blättern sind weniger wärmeempfindlich, was die Bewältigung des Hitzestresses potentiell begünstigt und die Transpirationskühlung bei kombiniertem Hitze- und Trockenstress aufrechtzuerhalten, was ihr Sterberisiko bei extremen Klimabedingungen verringert. Angesichts der zunehmenden Trockenheit und Hitze ist die Anpassung von Kulturwäldern an den Klimawandel von entscheidender Bedeutung.

Beurteilende*r: Kunert Norbert

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