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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Uta Weber (2013): Sicherheit und Kontrolle von bovinem Kolostrum und daraus hergestellten Produkten mit nativer Charakteristik.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Lebensmittelwissenschaften, BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 175. UB BOKU obvsg FullText

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Kolostrum ist das bis zu drei bis fünf Tage nach der Geburt eines Kalbes aus den Milchdrüsen der Kuh abgesonderte Sekret, das reich an Immunglobulinen und Mineralstoffen ist und der Gewinnung von Rohmilch vorausgeht. Die Einnahme von bovinem Kolostrum kann beim Menschen therapeutische Effekte haben, z.B. bei gastrointestinalen Infektionen. Die hauptsächliche Wirkung von Kolostrum beruht auf antibakteriellen Effekten und einer Modulation der Immunantwort beim Menschen. Ziel dieser Masterarbeit war es, verschiedene physikalische Haltbarmachungs-verfahren wie Erhitzung, Mikrofiltration und Hochdruckbehandlung für Kolostrum anzuwenden, um ein hygienisch sicheres Produkt zu erhalten, das gleichzeitig noch so viel Immunglobulin G (IgG) enthält, dass seine positive gesundheitliche Wirkung im Konsumenten entfaltet wird. Zur mikrobiologischen und immunologischen Analyse des Kolostrums wurden klassische mikrobielle Methoden und ein Enzyme Linked Immuno Sorbent Assay angewandt. Weiters wurden die gesetzlichen mikrobiologischen Vorschriften für Rohmilch und Vorzugsmilch miteinander verglichen und eine Risikoeinschätzung für ein mikrofiltriertes Kolostrumprodukt erstellt. Bei den physikalischen Haltbarmachungsverfahren hat sich die Mikrofiltration mit 0,8 µm Porendurchmesser als das effektivste herausgestellt, sowohl vom hygienischen Standpunkt aus, als auch in der Beibehaltung des IgG-Gehaltes des Kolostrums. Die Risikoeinschätzung ergab, dass die Einhaltung von Vorzugsmilchbedingungen bei der Kolostrumgewinnung alleine noch kein hygienisch sicheres Produkt bedeutet. Um das hygienische Restrisiko bei der Gewinnung von Kolostrum möglichst niedrig zu halten müssen im Verarbeitungsbetrieb strikte Hygienemaßnahmen eingehalten werden und der mikrobiologische Zustand des Kolostrums laufend durch in-situ Monitoringsysteme überwacht werden. Der finanzielle Aufwand solch eines rigoros überwachten Produktes ist allerdings sehr groß und wahrscheinlich nicht wirtschaftlich.

Beurteilende(r): Kneifel Wolfgang
1.Mitwirkender: Apprich Silvia

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