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Gewählte Diplomarbeit / Masterarbeit:

Mortimer Maximilian Mueller (2010): Analyse der durch Blitzschlag ausgelösten Waldbrände in Österreich.
Diplomarbeit / Masterarbeit - Institut für Waldbau (WALDBAU), BOKU-Universität für Bodenkultur, pp 122. UB BOKU obvsg

Datenquelle: ZID Abstracts
Abstract:
Diese Arbeit behandelt durch Blitzschlag ausgelöste Waldbrände in Österreich. Über die Angaben von Feuerwehren, der Österreichischen Bundesforste (ÖBF AG) und des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) konnten rund 560 Waldbrände bis Ende 2008 erhoben werden. Um die nach Angaben der Feuerwehr durch Blitzschlag ausgelösten Waldbrände mit den tatsächlich aufgetretenen Blitzschlägen abzugleichen, wurde das „Austrian Lightning Detection and Information System“ (ALDIS) herangezogen. Die Verifizierung der Blitzschlagwaldbrände fand anhand eines Entscheidungsbaumes statt. Dabei wurden die wichtigsten Parameter von Blitzschlägen und ihr möglicher Zusammenhang mit den aufgetretenen Waldbränden dargestellt. 85% der als Blitzschlagbrände vermuteten Feuer konnten als mit hoher Wahrscheinlichkeit richtig klassifiziert werden. 10% der Brände, deren Auslöser unbekannt war, ergaben ebenfalls die Ursache Blitzschlag und nur 1% jener Feuer, bei denen anthropogene Ursachen vermutet wurden, erbrachten eine hohe Wahrscheinlichkeit für Blitzschlag als auslösenden Faktor. Insgesamt waren 17% (95 Fälle) der bekannten Waldbrände von 2002 bis 2008 auf Blitzschlag zurückzuführen. Die meisten Blitzschlagbrände traten in Kärnten auf, zeitlich waren fast alle Feuer in den Sommermonaten zu finden, wobei die meisten Blitzschlagbrände am späten Nachmittag auftraten und in größerer Höhenlage häufiger waren. Betroffen war primär die in Österreich dominierende Fichte (Picea abies L.), doch konnte ein überproportional hoher Anteil an Bränden bei Kiefern (Pinus silvestris / Pinus nigra) festgestellt werden. Durch die Verwendung des hochauflösenden Wettermodells INCA der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) war es möglich, drei Feuchte- bzw. Waldbrand-Indizes (Nesterov, FMI, WBKZ) zu berechnen und vergleichend zu analysieren. Bei der Auswertung lieferte der FMI die überzeugendsten Resultate, der Nesterov schnitt in Summe am schlechtesten ab.

Beurteilende(r): Vacik Harald
1.Mitwirkender: Formayer Herbert

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